Streng gleichmäßiges Raster aus Papierquadraten in einem Messinggerüst, Sinnbild für strukturierte Daten

Was strukturierte Daten leisten, und was nicht

Ein Sprachmodell oder ein Crawler kann aus Fließtext ableiten, dass „ab 800 Euro monatlich" ein Preis ist. Das kostet Rechenaufwand und ist fehleranfällig. Steht dieselbe Angabe als Markup im Quelltext, ist sie eindeutig.

Was strukturierte Daten nicht tun: Sie sind kein Rankingfaktor im engeren Sinne. Aktuelle Auswertungen zeigen nur schwache Korrelationen zwischen dem Vorhandensein gängiger Schema-Typen und der Häufigkeit von Zitaten in KI-Antworten. Wer Markup einbaut und danach bessere Platzierungen erwartet, wird enttäuscht.

Was sie doch tun: Sie ermöglichen erweiterte Darstellungen in den Suchergebnissen, etwa Sternebewertungen oder aufklappbare Fragen. Und sie machen Ihr Unternehmen als Entität eindeutig, also als klar identifizierbares Ding mit Eigenschaften und Beziehungen. Das ist die Grundlage dafür, dass ein Modell Sie überhaupt zuordnen kann.

Die vier Typen, die sich lohnen

Organization beschreibt das Unternehmen: Name, Adresse, Telefon, Logo, Gründung, Tätigkeitsfelder über die Eigenschaft knowsAbout und verknüpfte Profile über sameAs. Das gehört auf jede Seite, idealerweise mit einer festen Kennung, auf die andere Angaben verweisen können.

Person beschreibt die Menschen dahinter, mindestens die Geschäftsführung und die Autoren von Fachbeiträgen. Sprachmodelle verankern Fachwissen an Personen, nicht an Firmen. Eine Person ohne Markup und ohne verknüpfte Profile bleibt für ein Modell eine Zeichenkette.

FAQPage zeichnet Fragen und Antworten aus. Das ist der Typ mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Nutzen, weil FAQ-Inhalte ohnehin die zitierfähigsten Passagen einer Seite sind.

LocalBusiness oder Service, je nachdem, ob der Standort oder die Leistung im Vordergrund steht. Für lokal tätige Unternehmen ist LocalBusiness mit Öffnungszeiten und Einzugsgebiet sinnvoll.

Schema-TypZweckPflichtangaben
OrganizationFirma als EntitätName, Adresse, Telefon, Logo, sameAs
PersonAutoren, GeschäftsführungName, jobTitle, sameAs
FAQPageFrage-Antwort-Blöckequestion, acceptedAnswer
LocalBusinessLokaler StandortAdresse, Öffnungszeiten, geo
ServiceEinzelne LeistungserviceType, provider, areaServed

sameAs: die Eigenschaft, die am meisten unterschätzt wird

Die Eigenschaft sameAs verknüpft Ihre Entität mit anderen Auftritten derselben Firma oder Person: LinkedIn, Wikidata, Branchenverzeichnisse, Presseprofile.

Warum das zählt: Suchmaschinen und Modelle müssen entscheiden, ob die „Speckmann Webdesign GmbH" auf Ihrer Website dieselbe ist wie die auf LinkedIn und die in einem Fachartikel. Ohne sameAs müssen sie das aus dem Kontext erraten. Mit sameAs ist es festgelegt.

Aktuelle Analysen zur Zitierung in KI-Antworten deuten darauf hin, dass die Sicherheit dieser Zuordnung stark über verknüpfte Profile entsteht. Praktisch heißt das: Zwei Zeilen Markup können mehr bewirken als eine zusätzliche Unterseite.

Eine Warnung dazu: Falsche oder tote sameAs-Angaben schaden mehr, als sie nützen. Prüfen Sie jede verlinkte Adresse, bevor sie live geht.

Häufige Fehler

Markup, das nicht zum sichtbaren Inhalt passt. Bewertungen auszuzeichnen, die auf der Seite nicht stehen, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien für strukturierte Daten von Google und kann zum Verlust erweiterter Darstellungen führen.

Mehrere Organization-Einträge ohne gemeinsame Kennung. Wenn jede Seite ihre eigene Organisation deklariert, ohne dass klar ist, dass es dieselbe ist, entstehen aus Sicht der Maschine mehrere Unternehmen.

Veraltete Angaben. Markup wird beim Bau eingebaut und danach vergessen. Wenn sich Adresse, Telefonnummer oder Bewertungszahl ändern, muss auch der Quelltext nachgezogen werden.

Zu viel. Es gibt hunderte Schema-Typen. Für eine Unternehmenswebsite sind vier davon relevant. Der Rest kostet Pflegeaufwand ohne erkennbaren Gegenwert.

Marcel Speckmann

Geschrieben von

Marcel Speckmann

Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.

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Dazu passt

Strukturierte Daten bauen wir bei jedem Projekt von Anfang an ein. Was sonst noch dazugehört, steht auf der Seite zum Webdesign.

Zur Seite Webdesign →

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Wie prüfe ich, ob mein Markup funktioniert?

Mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google und dem Schema-Markup-Validator von schema.org. Beide zeigen Fehler und Warnungen. Zusätzlich meldet die Google Search Console Probleme mit strukturierten Daten über die Zeit, das ist die bessere Dauerüberwachung.

JSON-LD oder Microdata?

JSON-LD. Google empfiehlt dieses Format ausdrücklich, es steht als geschlossener Block im Quelltext und lässt sich unabhängig vom HTML pflegen. Microdata verteilt die Angaben über das Markup und ist bei Änderungen fehleranfälliger.

Brauche ich Markup für jede Unterseite?

Organization und Website gehören auf jede Seite. Alles andere nur dort, wo es zutrifft: FAQPage auf Seiten mit Fragen, Article auf Beiträgen, Service auf Leistungsseiten. Markup ohne passenden Inhalt ist nutzlos oder schädlich.

Verbessert Schema-Markup direkt mein Ranking?

Nein. Schema-Markup ist nach Aussagen von Google kein direkter Rankingfaktor. Es hilft Suchmaschinen jedoch, Inhalte eindeutig zu verstehen, und ermöglicht erweiterte Darstellungen wie Sternebewertungen, aufklappbare Fragen oder Öffnungszeiten in der Suche. Diese sichtbaren Effekte können die Klickrate erhöhen und wirken damit indirekt.

Was gehört mindestens in ein sameAs-Profil?

Für ein Unternehmen mindestens der LinkedIn-Firmeneintrag, das Google-Unternehmensprofil, gegebenenfalls ein Wikidata-Eintrag sowie Einträge in relevanten Branchenverzeichnissen. Bei Personen sind LinkedIn und ein etwaiges Autorenprofil auf Fachplattformen die Basis. Wichtig: Jede verlinkte Adresse muss dauerhaft erreichbar sein und tatsächlich dieselbe Entität beschreiben.

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