Definition
sameAs ist eine Eigenschaft aus dem Schema.org-Vokabular, die eine ausgezeichnete Entität mit Referenzseiten verknüpft, die ihre Identität eindeutig kennzeichnen. Schema.org definiert sie als „Adresse einer Referenz-Webseite, die die Identität des Objekts unmissverständlich angibt, zum Beispiel die Adresse der Wikipedia-Seite, des Wikidata-Eintrags oder der offiziellen Website“. Typische Werte sind das Firmenprofil in einem sozialen Netzwerk, ein Branchen- oder Bewertungsverzeichnis und der Wikidata-Eintrag. Erwartet wird jeweils eine Adresse, und es dürfen mehrere sein.
Warum das zählt
Suchmaschinen und Sprachmodelle müssen entscheiden, ob die Firma auf Ihrer Website dieselbe ist wie die im Branchenverzeichnis und die in einem Fachartikel. Ohne sameAs müssen sie das aus dem Zusammenhang erschließen: aus Namensgleichheit, Anschrift, Telefonnummer. Mit sameAs steht die Zuordnung in der Auszeichnung selbst.
Google führt sameAs in der Dokumentation zur Organization-Auszeichnung als empfohlene Eigenschaft und beschreibt sie als „Adresse einer Seite auf einer anderen Website mit zusätzlichen Informationen über Ihre Organisation, zum Beispiel Ihr Profil in einem sozialen Netzwerk oder auf einem Bewertungsportal“. Mehrere Adressen sind ausdrücklich erlaubt. Als möglichen Effekt der Organization-Daten nennt Google, welches Logo in den Suchergebnissen erscheint, und das Knowledge Panel. Das Markenprofil führt Google ausdrücklich nur für Händler an.
Der Aufwand ist gering. Es sind ein paar Zeilen in einer Auszeichnung, die ohnehin auf der Seite steht. Der Nutzen liegt darin, dass verstreute Auftritte auf ein Unternehmen zurückgeführt werden können. Google beschreibt genau das als Zweck der Organization-Daten: die eigene Organisation gegenüber anderen unterscheidbar machen. Ob und wie stark eine solche Angabe darüber hinaus in den Knowledge Graph oder in KI-Antworten einfließt, sagt Google nicht.
Wie es funktioniert
Die Eigenschaft nimmt eine oder mehrere Adressen auf. Schema.org gibt als erwarteten Datentyp URL an und ordnet sameAs dem obersten Typ Thing zu. Daraus folgt eine Regel, die oft übersehen wird: sameAs ist an jedem Typ erlaubt, der von Thing abstammt, also an Organization, Person, Place, Product und allen weiteren. Notiert wird sie in der Regel als JSON-LD, dem von Google bevorzugten Format für Schema.org-Auszeichnungen.
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Organization",
"name": "Musterwerk GmbH",
"url": "https://www.musterwerk.de/",
"sameAs": [
"https://www.linkedin.com/company/musterwerk",
"https://www.wikidata.org/wiki/Q000000000",
"https://www.provenexpert.com/de-de/musterwerk/"
]
}
</script>
Entscheidend ist die Sauberkeit der Zuordnung. Ein Firmenprofil gehört zur Firma, nicht zur Person, auch wenn die Person das Profil betreut. Wer beides vermischt, verschmilzt zwei Entitäten und schwächt beide. Das Google-Unternehmensprofil ist dabei ein Firmenauftritt, das Autorenprofil desselben Geschäftsführers ein Personenauftritt.
| Auftritt | Gehört zur Entität | Begründung |
|---|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | Firma | Beschreibt den Betrieb, nicht den Menschen |
| Firmenseite in sozialen Netzwerken | Firma | Wird im Namen des Unternehmens geführt |
| Branchen- und Bewertungsportale | Firma | Bewertet werden Leistungen des Betriebs |
| Wikidata-Eintrag der Firma | Firma | Eigenes Datenobjekt für das Unternehmen |
| Persönliches Profil in beruflichen Netzwerken | Person | Läuft auf eine natürliche Person |
| Autorenprofil auf einer Fachplattform | Person | Weist Beiträge einer Person zu |
| Presseartikel über die Firma | keine von beiden | Gehört zu subjectOf, siehe Abschnitt Abgrenzung |
In der Praxis
Die Pflege von sameAs läuft in einer festen Reihenfolge ab. Erstens: alle Auftritte des Unternehmens sammeln, auch die, die ein früherer Dienstleister angelegt hat. Zweitens: jede Adresse in einem privaten Browserfenster ohne Anmeldung aufrufen und prüfen, ob sie erreichbar ist und ob Name, Anschrift und verlinkte Website mit Ihren Angaben übereinstimmen. Drittens: je Profil die dauerhafte öffentliche Adresse notieren, nicht eine Adresse aus dem eingeloggten Verwaltungsbereich, die für andere gar nicht aufgeht.
Viertens: die Auszeichnung an der richtigen Stelle einbauen. Google empfiehlt für die Organization-Angaben die Startseite oder eine einzelne Seite, die das Unternehmen beschreibt, etwa „Über uns“. Auf jeder Seite der Website ist sie nicht nötig. Wie Sie die Auszeichnung insgesamt aufbauen, steht im Ratgeber zum Schema-Markup.
Fünftens: prüfen. Der Test für Rich-Suchergebnisse ist das Werkzeug, das Google in der Organization-Dokumentation dafür nennt. Er liest die Auszeichnung aus und zeigt die erkannten Eigenschaften mit ihren Werten. Das Ergebnis ist in Ordnung, wenn jede Adresse dort vollständig und ohne Fehlermeldung auftaucht und wenn jede von ihnen im Browser eine Seite liefert, die zu Ihrem Unternehmen gehört. Ob eine Suchmaschine die Gleichsetzung übernimmt, lässt sich nicht direkt ablesen; sichtbar wird das allenfalls später an den Angaben im Knowledge Panel.
Ein Punkt, der oft fehlt: Die Verknüpfung sollte in beide Richtungen bestehen. Wenn Ihr Profil im Verzeichnis auf Ihre Website verweist und Ihre Website über sameAs zurück, steht die Behauptung nicht allein auf Ihrer eigenen Seite. Sinnvoll ist außerdem, sich auf gepflegte Profile zu beschränken. Ein verwaistes Konto mit einem einzigen alten Beitrag belegt wenig.
Häufige Fehler
Tote Adressen. Profile werden gelöscht, Plattformen verschwinden, Firmen werden umbenannt. Was einmal stimmte, stimmt nicht dauerhaft. Ein Verweis auf ein Profil, das nicht mehr existiert oder inzwischen zu jemand anderem gehört, ist schlechter als eine fehlende Angabe, weil er eine falsche Gleichsetzung behauptet.
Firmen- und Personenprofile vermischen. Ein Bewertungsprofil des Unternehmens im sameAs einer Person setzt Mensch und Firma gleich. Beide Entitäten werden dadurch unschärfer.
Beliebige Erwähnungen eintragen. sameAs ist für Referenzseiten zu derselben Entität gedacht, nicht für jede Seite, auf der der Firmenname vorkommt. Wer fremde Profile einträgt, riskiert mehr als Wirkungslosigkeit: In den Richtlinien für strukturierte Daten untersagt Google irreführende Auszeichnungen ausdrücklich, einschließlich der Vortäuschung fremder Personen oder Organisationen. Als Folge nennt Google eine manuelle Maßnahme, die die Seite für Rich Snippets sperrt; die gewöhnliche Platzierung in der Websuche bleibt davon unberührt.
Nach dem Einbau nie wieder prüfen. Eine jährliche Kontrolle aller Adressen kostet wenige Minuten und verhindert stille Fehler.
Abgrenzung
sameAs ist nicht dasselbe wie ein Verweis im Fließtext. Ein gewöhnlicher Link sagt „hier gibt es mehr dazu“, sameAs sagt „diese Seite kennzeichnet dieselbe Sache“. Auch von zwei benachbarten Schema.org-Eigenschaften ist sameAs klar zu trennen.
| Eigenschaft | Aussage laut Schema.org | Beispielwert |
|---|---|---|
| sameAs | Referenzseite, die die Identität des Objekts eindeutig kennzeichnet | Wikidata-Eintrag, Firmenprofil im Verzeichnis |
| url | Adresse des Objekts selbst | die eigene Website |
| subjectOf | Ein Werk oder eine Veranstaltung über dieses Objekt | Presseartikel über die Firma |
Ein Presseartikel gehört also zu subjectOf, nicht zu sameAs, weil der Artikel nicht die Firma ist, sondern über sie handelt. Schema.org führt subjectOf als Umkehrung von about. Die eigene Startseite gehört zu url, nicht in die sameAs-Liste, weil sie das Objekt nicht von außen bestätigt.
Die Eigenschaft wirkt nur zusammen mit gleichlautenden Angaben auf den verknüpften Profilen: gleicher Firmenname, gleiche Anschrift, gleiche Website. Widersprechen sich diese Angaben, hebt die Verknüpfung den Widerspruch hervor, statt ihn zu heilen.

Geschrieben von
Marcel Speckmann
Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.
Dazu passt
Strukturierte Daten und ein sauberes technisches Fundament bauen wir bei jedem Projekt von Anfang an ein. Was sonst noch dazugehört, steht auf der Seite zum Webdesign.