
Warum das Unternehmensprofil wichtiger ist als die Website
Bei lokalen Suchanfragen zeigt Google zwei getrennte Bereiche: den Kartenblock mit meist drei Einträgen und darunter die klassischen Ergebnisse. Beide bedienen dieselbe Suchintention, werden aber nach unterschiedlichen Regeln gefüllt. Der Kartenblock steht über den organischen Treffern und beantwortet die Anfrage oft schon im Ergebnis selbst, mit Adresse, Öffnungszeiten und Route.
Was dort erscheint, entscheidet Google fast ausschließlich anhand des Unternehmensprofils, nicht anhand Ihrer Website. Google nennt für das lokale Ranking drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, wobei vollständige und richtige Profildaten die Sichtbarkeit erhöhen. Wer nur die Website optimiert und das Profil unbearbeitet lässt, arbeitet am kleineren Hebel.
Die primäre Kategorie ist dabei der stärkste Einzelfaktor, wichtiger als Verweise von anderen Seiten oder Inhalte. Google empfiehlt ausdrücklich, die spezifischste passende Kategorie zu wählen, die den Kern des Betriebs beschreibt. Ein Betrieb, der überwiegend Suchmaschinenoptimierung anbietet, sich aber als Webdesigner einträgt, wird für die eigene Hauptleistung schlechter gefunden. Die Umstellung ist in wenigen Minuten erledigt und kostet nichts.
Die Faktoren nach Gewicht
Die Whitespark-Erhebung 2026 fasst die Einschätzungen von 47 Fachleuten zu 187 Einzelfaktoren zusammen und erschien am 06.11.2025. Die stärksten Signalgruppen für den Kartenblock:
| Faktor | Gewicht | Bestandteile |
|---|---|---|
| Google-Unternehmensprofil | rund 32 % | Entfernung zum Suchenden, Kategorie, Vollständigkeit, Öffnungszeiten, Bilder |
| Bewertungen | rund 20 % | Anzahl, Durchschnitt, Aktualität, Antworten |
| Inhalt der eigenen Seite | rund 15 % | Ort und Leistung im Text, Adresse im Impressum, LocalBusiness-Auszeichnung |
| Interaktionen mit dem Eintrag | rund 9 % | Klickrate im Kartenblock, Anrufe, Verweildauer |
| Verweise von anderen Seiten | rund 8 % | Verlinkungen, Ankertexte, Autorität der verweisenden Domain |
Die restlichen Gewichte verteilen sich auf Verzeichniseinträge mit rund 6 Prozent, Personalisierung mit rund 6 Prozent und soziale Netzwerke mit rund 4 Prozent. Wichtiger als diese Nachzügler ist ein Faktor, der in der Tabelle nicht als eigene Zeile auftaucht: die Entfernung zwischen suchender Person und Ihrem Standort. Sie ist in der Erhebung der zweitstärkste Einzelfaktor überhaupt und zählt zu den Profilsignalen, weil sie von der im Profil hinterlegten Adresse aus gemessen wird. Wer zehn Kilometer entfernt sucht, sieht andere Ergebnisse als jemand vor Ihrer Tür. Das begrenzt, was Local SEO leisten kann, und wird selten offen gesagt.
Neu in der Erhebung 2026 ist die Bewertung der KI-Sichtbarkeit: Die Fachleute haben jeden Faktor zusätzlich danach bewertet, wie stark er auf Antworten von Systemen wie ChatGPT oder Gemini wirkt. Dort verschieben sich die Gewichte deutlich. Verzeichniseinträge kommen auf rund 13 Prozent und liegen damit gleichauf mit Verweisen von anderen Seiten, während sie im Kartenblock nur rund 6 Prozent erreichen. Für Sie heißt das: Dieselben Stammdaten, die den Kartenblock steuern, entscheiden zunehmend auch darüber, ob ein Modell Ihren Betrieb kennt.
Profil anlegen und bestätigen: Schritt für Schritt
Ohne Bestätigung erscheint ein Profil nicht im Kartenblock. Der Ablauf ist immer derselbe, und der größte Teil der Dauer ist reine Wartezeit.
- Prüfen, ob es das Profil schon gibt. Viele Betriebe haben einen von Google automatisch erzeugten Eintrag, ohne es zu wissen. Suchen Sie nach Firmenname und Adresse und beanspruchen Sie den vorhandenen Eintrag, statt einen zweiten anzulegen.
- Stammdaten eintragen. Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Website und die primäre Kategorie. Diese fünf Angaben sind die Grundlage für alles Weitere.
- Bestätigungsweg annehmen. Google bietet je nach Fall Telefon, SMS, E-Mail, Videoanruf oder Post an. Welche Wege verfügbar sind, legt Google fest, Sie können sie nicht auswählen.
- Code eingeben. Bei der Bestätigung per Post kommt der Code in den meisten Fällen innerhalb von 14 Tagen. Die anschließende Überprüfung dauert bis zu fünf Werktage, und Bestätigungscodes laufen nach 30 Tagen ab.
- Erst danach vervollständigen. Leistungen, Fotos, Beschreibung, Öffnungszeiten. Vorher lohnt der Aufwand nicht, weil ein unbestätigtes Profil ohnehin nicht ausgespielt wird.
Realistisch heißt das: Telefon, SMS und E-Mail sind an einem Vormittag erledigt. Beim Postweg planen Sie drei bis vier Wochen ein, bis das Profil sichtbar ist. Wenn der Code nicht ankommt, fordern Sie ihn innerhalb der 30 Tage neu an, statt ein zweites Profil anzulegen.
Ohne Ladenlokal: Einzugsgebiete richtig setzen
Viele Betriebe empfangen keine Kunden an der eigenen Adresse, sondern fahren zum Auftrag: Montage, Wartung, Service. Für diesen Fall gibt es das Einzugsgebiet. Google verlangt dann, die Adresse aus dem Profil zu entfernen, und setzt zwei klare Grenzen: maximal 20 Einzugsgebiete, und die Außengrenzen sollen nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen. Änderungen erscheinen nach der Freigabe innerhalb von 48 Stunden im Profil.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Einzugsgebiet und Entfernung. Das Einzugsgebiet sagt Google, wo Sie arbeiten. Die Entfernung, die in das Ranking einfließt, wird weiterhin vom hinterlegten Standort aus gemessen. Zwanzig Einzugsgebiete machen Sie also nicht in zwanzig Städten gleich sichtbar. Sie verhindern nur, dass Anfragen aus dem Umland von vornherein herausfallen.
Wer ein Ladenlokal hat und zusätzlich hinausfährt, führt beides: sichtbare Adresse plus Einzugsgebiete. Wer die Adresse ausblendet, obwohl Kunden vorbeikommen, verschenkt dagegen den stärksten Standortbezug.
Was Sie ohne Agentur erledigen können
Ein erheblicher Teil des lokalen Rankings liegt in Ihrer Hand und kostet nichts außer Zeit. Rechnen Sie für die Grundausstattung mit etwa drei bis vier Stunden einmalig und danach mit rund 15 Minuten pro Woche.
Profil vollständig ausfüllen. Jedes Feld, das leer bleibt, ist ein verschenktes Signal: Leistungen einzeln eintragen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Beschreibung, echte Fotos vom Betrieb statt Stockmaterial. Planen Sie hierfür zwei Stunden ein, davon den größten Teil für die Fotos.
Fragen und Antworten selbst befüllen. Diesen Bereich ignorieren fast alle Unternehmen. Sie dürfen selbst Fragen stellen und beantworten. Fünf bis zehn echte Kundenfragen, präzise beantwortet, erscheinen direkt in der Suche. Formulieren Sie die Antworten so, dass sie ohne Kontext verständlich sind, dann sind sie auch für AI Overviews und Chatbots brauchbar.
Bewertungen systematisch sammeln. Bei 20 Prozent Gewicht ist das die zweitwichtigste Kategorie. Google stellt dafür einen kurzen Rezensionslink samt QR-Code bereit, den Sie auf Rechnung, Lieferschein oder Serviceprotokoll drucken können. Fragen Sie nach jedem abgeschlossenen Auftrag, und antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf gute.
Was Sie dabei nicht tun dürfen: Bewertungen kaufen oder belohnen. Googles Richtlinien für Rezensionen verbieten Inhalte, für die in Geld oder Sachleistungen bezahlt wurde, ebenso Anreize wie Rabatte oder kostenlose Leistungen. Betroffene Rezensionen werden aus Google Maps entfernt. Dazu kommt das deutsche Wettbewerbsrecht: Der Anhang zu Paragraf 3 Absatz 3 UWG führt unter Nummer 23c die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Verbraucherbewertungen als unzulässige geschäftliche Handlung auf.
Ein bis zwei Beiträge pro Woche. Sie wirken als Aktivitätssignal und halten das Profil frisch. Zehn Minuten reichen, wenn Sie ein Foto vom laufenden Auftrag und drei Sätze dazu veröffentlichen.
Die eigene Seite maschinenlesbar machen
Rund 15 Prozent des lokalen Rankings entfallen auf die eigene Seite. Der Teil davon, den Sie am schnellsten erledigen, ist die strukturierte Auszeichnung Ihrer Stammdaten nach Schema.org. Sie schreiben Name, Adresse und Kontaktdaten in ein maschinenlesbares Format, damit Google und Sprachmodelle sie nicht aus dem Impressum raten müssen.
Google verlangt für den Typ LocalBusiness nur zwei Pflichtangaben, name und address. Empfohlen sind zusätzlich unter anderem telephone, url, geo und openingHoursSpecification. Der Code gehört als JSON-LD in den Kopfbereich jeder Seite, mindestens aber auf Startseite und Kontaktseite:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Ihr Firmenname GmbH",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 1",
"postalCode": "26123",
"addressLocality": "Oldenburg",
"addressCountry": "DE"
},
"telephone": "+49 441 1234567",
"url": "https://www.ihre-domain.de",
"openingHoursSpecification": [{
"@type": "OpeningHoursSpecification",
"dayOfWeek": ["Monday","Tuesday","Wednesday","Thursday","Friday"],
"opens": "08:00",
"closes": "17:00"
}]
}
</script>
Die Werte in Anführungszeichen ersetzen Sie durch Ihre eigenen. Entscheidend ist, dass sie zeichengenau mit dem Unternehmensprofil und dem Impressum übereinstimmen. Ein Eintrag, der auf der Website anders geschrieben ist als im Profil, hilft niemandem. Die Auszeichnung ist in einer halben Stunde eingebaut.
Einträge in Verzeichnissen: Qualität vor Menge
Lange galt: je mehr Branchenverzeichnisse, desto besser. Diese Rechnung geht nicht mehr auf. Verzeichniseinträge sind in der Whitespark-Erhebung die Gruppe, die für den Kartenblock seit mehreren Ausgaben an Gewicht verliert. Was zählt, ist nicht die Zahl der Einträge, sondern die saubere Nennung von Name, Adresse und Telefonnummer in Verzeichnissen, die tatsächlich zu Ihrer Branche und Region gehören. Ein Backlink aus einem Massenverzeichnis trägt dagegen kaum noch.
Entscheidend ist die Übereinstimmung der Angaben. Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen überall exakt identisch geschrieben sein, bis zur Rechtsform und zur Schreibweise der Straße. Jede Abweichung erschwert es Google, die Einträge derselben Firma zuzuordnen, denn Google bezieht seine Profildaten aus abgerufenen Webinhalten, lizenzierten Anbietern und Nutzerbeiträgen und gleicht sie miteinander ab.
Praktisch heißt das: Legen Sie einmal eine Datei mit der verbindlichen Schreibweise an, inklusive Telefonformat und Rechtsform. Jeder neue Eintrag wird daraus kopiert. Für den Bestand rechnen Sie mit etwa 10 bis 15 Minuten pro Verzeichnis, weil Korrekturen dort meist nur über ein Konto oder ein Kontaktformular laufen.
Derselbe Grundsatz gilt für die KI-Sichtbarkeit: Sprachmodelle bauen ihr Bild eines Unternehmens aus wiederholten, gleichlautenden Nennungen zu einer Entität zusammen. Inkonsistente Angaben verwässern dieses Bild. Wer seine Daten einmal sauber vereinheitlicht, arbeitet damit gleichzeitig für Google und für die Modelle.
Häufige Fehler
Die meisten Profile scheitern nicht an fehlender Optimierung, sondern an Verstößen gegen Regeln, die Google klar dokumentiert. Die Richtlinien zur Darstellung des Unternehmens verlangen den real verwendeten Namen, so wie er auf Schild, Briefpapier und Fahrzeug steht. Zusätze wie Standort, Leistung, Slogan, Telefonnummer oder Markensymbol gehören nicht in das Namensfeld. Ebenso gilt: nur ein Profil pro Unternehmen, und Postfächer an unternehmensfremden Standorten sind als Adresse nicht zulässig.
| Fehler | Warum das schadet | Richtig |
|---|---|---|
| Ort oder Leistung im Firmennamen | Verstoß gegen die Namensrichtlinien, Korrektur durch Google möglich | Nur der real verwendete Name |
| Zweites Profil für dieselbe Leistung am selben Standort | Google sieht ein Profil pro Unternehmen vor, sonst Anzeigeprobleme | Vorhandenes Profil beanspruchen |
| Postfach als Adresse | Nicht zulässig, Bestätigung schlägt fehl | Betriebsstätte oder Einzugsgebiet |
| Adresse sichtbar ohne Kundenverkehr | Widerspricht der Regel für Betriebe ohne Ladenlokal | Adresse entfernen, Einzugsgebiete setzen |
| Bewertungen mit Rabatt oder Geschenk erbeten | Verstoß gegen Rezensionsrichtlinien und UWG | Ohne Gegenleistung fragen, per Link |
| Unterschiedliche Schreibweisen in Verzeichnissen | Google kann die Einträge nicht sicher zuordnen | Eine verbindliche Schreibweise festlegen |
Der teuerste dieser Fehler ist das doppelte Profil. Es teilt Bewertungen und Signale auf zwei Einträge auf, und die Zusammenführung dauert erfahrungsgemäß länger als jede Neuanlage. Prüfen Sie deshalb vor jedem neuen Eintrag, ob es den alten noch gibt.
Was das im Oldenburger Raum bedeutet
Weil die Entfernung vom hinterlegten Standort aus gemessen wird, wirkt sich der eigene Sitz unmittelbar aus. Rund um Oldenburg liegen Gemeinden wie Wardenburg, Hude, Rastede und Bad Zwischenahn dicht beieinander, und trotzdem bleibt der Unterschied für den Kartenblock relevant: Bei einer Suche aus Bad Zwischenahn wird ein Anbieter vor Ort bevorzugt, selbst wenn ein Betrieb aus der Oldenburger Innenstadt das vollständigere Profil führt.
Daraus folgt nicht, sich eine zweite Adresse im Nachbarort zu mieten. Google verlangt eine Anschrift, an der das Unternehmen tatsächlich erreichbar ist, und entfernt Einträge, die dagegen verstoßen. Wirksam ist die Kombination aus einem sauber gesetzten Einzugsgebiet und Seiten, die Ort und Leistung im Text benennen, statt beides nur im Impressum zu führen.
Wir arbeiten selbst von Oldenburg aus und betreuen von hier Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum. Für die eigene Sichtbarkeit rechnen wir deshalb mit zwei getrennten Zielen: dem Kartenblock für Anfragen aus der Region und den organischen Ergebnissen für alles, was überregional gesucht wird. Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite unserer SEO-Agentur in Oldenburg.

Geschrieben von
Marcel Speckmann
Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.
Dazu passt
Local SEO ist Teil der laufenden Betreuung. Was dabei sonst noch passiert, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.