Konzentrische Ringe aus Papierquadraten um einen Messingpunkt, Sinnbild für regionale Sichtbarkeit im Umkreis

Warum das Unternehmensprofil wichtiger ist als die Website

Bei lokalen Suchanfragen zeigt Google zwei getrennte Bereiche: den Kartenblock mit meist drei Einträgen und darunter die klassischen Ergebnisse. Der Kartenblock steht oben und bekommt den Großteil der Klicks.

Was dort erscheint, entscheidet Google fast ausschließlich anhand des Unternehmensprofils, nicht anhand Ihrer Website. Google nennt für das lokale Ranking drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, wobei vollständige und richtige Profildaten die Sichtbarkeit erhöhen. Bei der Suche nach „SEO Agentur Oldenburg“ etwa zeigt Google 17 lokale Ergebnisse neben 20 organischen. Wer nur die Website optimiert und das Profil unbearbeitet lässt, arbeitet am kleineren Hebel.

Die primäre Kategorie ist dabei der stärkste Einzelfaktor, wichtiger als Verweise von anderen Seiten oder Inhalte. Google empfiehlt ausdrücklich, die spezifischste passende Kategorie zu wählen, die den Kern des Betriebs beschreibt. Ein Betrieb, der überwiegend Suchmaschinenoptimierung anbietet, sich aber als Webdesigner einträgt, wird für die eigene Hauptleistung schlechter gefunden. Die Umstellung dauert zwei Minuten und wirkt oft innerhalb weniger Wochen.

Die Faktoren nach Gewicht

Die Whitespark-Erhebung 2026 fasst die Einschätzungen von 47 Fachleuten zu 187 Einzelfaktoren zusammen und erschien am 06.11.2025. Die Gewichtung für den Kartenblock:

FaktorGewichtBestandteile
Google-Unternehmensprofilrund 32 %Kategorie, Vollständigkeit, Aktualität, Bilder, Öffnungszeiten
Bewertungenrund 20 %Anzahl, Durchschnitt, Aktualität, Antworten
Inhalt der eigenen Seiterund 19 %Ort und Leistung im Text, Adresse im Impressum, LocalBusiness-Auszeichnung
Verweise von anderen Seitenrund 15 %Verlinkungen, Erwähnungen, Verzeichniseinträge

Dazu kommt die Entfernung des Suchenden zu Ihrem Standort, die einen erheblichen Teil der Entscheidung ausmacht und sich nicht beeinflussen lässt. Wer zehn Kilometer entfernt sucht, sieht andere Ergebnisse als jemand vor Ihrer Tür. Das begrenzt, was Local SEO leisten kann, und wird selten offen gesagt.

Neu ist 2026 zweierlei: Interaktionen mit dem Profil werden erstmals direkt bewertet, und die Sichtbarkeit in KI-Antworten ist als eigene Kategorie dazugekommen.

Was Sie ohne Agentur erledigen können

Ein erheblicher Teil des lokalen Rankings liegt in Ihrer Hand und kostet nichts außer Zeit.

Profil vollständig ausfüllen. Jedes Feld, das leer bleibt, ist ein verschenktes Signal: Leistungen einzeln eintragen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Beschreibung, echte Fotos vom Betrieb statt Stockmaterial.

Fragen und Antworten selbst befüllen. Diesen Bereich ignorieren fast alle Unternehmen. Sie dürfen selbst Fragen stellen und beantworten. Fünf bis zehn echte Kundenfragen, präzise beantwortet, erscheinen direkt in der Suche und werden zunehmend auch in KI-Antworten aufgegriffen.

Bewertungen systematisch sammeln. Bei 20 Prozent Gewicht ist das die zweitwichtigste Kategorie. Fragen Sie nach jedem abgeschlossenen Auftrag, am besten mit direktem Link. Und antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf gute.

Ein bis zwei Beiträge pro Woche. Sie wirken als Aktivitätssignal und halten das Profil frisch.

Einträge in Verzeichnissen: Qualität vor Menge

Lange galt: je mehr Branchenverzeichnisse, desto besser. Das gilt 2026 nicht mehr. Zehn Einträge in seriösen, thematisch passenden Verzeichnissen wirken stärker als fünfzig in beliebigen Sammelseiten.

Entscheidend ist die Übereinstimmung der Angaben. Firmenname, Adresse und Telefonnummer müssen überall exakt identisch geschrieben sein, bis zur Rechtsform und zur Schreibweise der Straße. Jede Abweichung erschwert es Google, die Einträge derselben Firma zuzuordnen, denn Google bezieht seine Profildaten aus abgerufenen Webinhalten, lizenzierten Anbietern und Nutzerbeiträgen und gleicht sie miteinander ab.

Derselbe Grundsatz gilt für die KI-Sichtbarkeit: Sprachmodelle bauen ihr Bild eines Unternehmens aus wiederholten, gleichlautenden Nennungen. Inkonsistente Angaben verwässern dieses Bild. Wer seine Daten einmal sauber vereinheitlicht, arbeitet damit gleichzeitig für Google und für die Modelle.

Marcel Speckmann

Geschrieben von

Marcel Speckmann

Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.

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Dazu passt

Local SEO ist Teil der laufenden Betreuung. Was dabei sonst noch passiert, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.

Zur Seite Suchmaschinenoptimierung →

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Wie lange dauert es, bis Local SEO wirkt?

Änderungen am Unternehmensprofil wirken oft innerhalb von zwei bis sechs Wochen, deutlich schneller als klassisches SEO. Der Grund ist, dass Google die Profildaten direkt auswertet und nicht erst die Website neu bewerten muss. Bewertungen und Verzeichniseinträge brauchen länger, weil sie über die Zeit entstehen.

Brauche ich für Local SEO eine eigene Standortseite?

Nur wenn Sie mehrere Standorte haben. Bei einem Standort trägt die Startseite den Ort. Anbieter mit eigener Städteseite pro Ort sind meistens überregionale Agenturen ohne echte Präsenz. Wer tatsächlich vor Ort sitzt, rankt in der Regel mit der Startseite besser.

Zählen gekaufte Bewertungen?

Sie schaden. Google erkennt Muster wie viele Bewertungen in kurzer Zeit, fehlende Vorgeschichte der Konten oder auffällig ähnliche Formulierungen. Die Folge reicht von Löschung der Bewertungen bis zur Sperrung des Profils. Zudem sind gekaufte Bewertungen in Deutschland wettbewerbsrechtlich angreifbar.

Welche drei Faktoren nutzt Google für das lokale Ranking?

Google nennt in seiner Dokumentation drei Kernfaktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Relevanz beschreibt, wie gut das Profil zur Suchanfrage passt. Entfernung meint den Abstand zwischen suchender Person und Standort. Bekanntheit umfasst, wie vertraut ein Betrieb online und offline ist, einschließlich Bewertungen, Verweisen und Presseberichten.

Wie wähle ich die richtige Hauptkategorie im Unternehmensprofil?

Google empfiehlt die spezifischste Kategorie, die das Kerngeschäft beschreibt. Ein Betrieb, der überwiegend Sonderanfertigungen aus Edelstahl fertigt, sollte nicht allgemein als „Metallbau" eingetragen sein, sondern so genau wie die Kategorieliste es hergibt. Weitere Leistungen lassen sich als Zusatzkategorien ergänzen. Die Umstellung dauert zwei Minuten und wirkt oft innerhalb weniger Wochen.

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