Definition
Ein Backlink ist ein Hyperlink, der von einer fremden Website auf die eigene zeigt. Suchmaschinen werten ihn als Empfehlung und leiten daraus einen Teil der Bewertung einer Seite ab. Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern die fachliche Nähe und die Verlässlichkeit der verweisenden Quelle. Kennzeichnungen im Link-Element wie nofollow, sponsored oder ugc teilen Google mit, dass der Verweis nicht als eigene Empfehlung gemeint ist.
Warum das zählt
Verweise von anderen Websites gehören seit den Anfängen von Google zu den tragenden Signalen und sind es geblieben. Für die klassische Suche ist ein Verweis von einer angesehenen Fachseite nach wie vor ein starkes Signal, auch wenn Google die Bedeutung von Links inzwischen deutlich zurückhaltender einordnet als früher.
Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten sieht das Bild anders aus. Ahrefs hat 75.000 Marken ausgewertet und geprüft, welche Suchkennzahlen mit Nennungen in ChatGPT, dem Google AI Mode und in AI Overviews zusammenhängen. Namentliche Erwähnungen im Web erreichten dabei Werte von 0,656 bis 0,709. Kennzahlen rund um Verweise, also die Zahl der Backlinks und das URL Rating, zeigten nur sehr schwache Zusammenhänge (Ahrefs, 12. Dezember 2025).
Diese Werte sind Rangkorrelationen nach Spearman, keine Belege für Ursache und Wirkung. Ahrefs hat außerdem nur Domains mit einem Domain Rating über 40 einbezogen, also bereits etablierte Marken. Die Richtung ist trotzdem deutlich: Für KI-Antworten zählt, wie oft und wie breit ein Name im Web vorkommt.
Praktisch heißt das: Eine namentliche Erwähnung in einem Fachbeitrag kann für die KI-Sichtbarkeit wertvoller sein als derselbe Beitrag mit Verweis, aber ohne Namensnennung. Für die klassische Suche gilt weiterhin das Gegenteil. Beides zusammen ist das Ziel. Wie sich die eigene Präsenz in KI-Antworten überhaupt beobachten lässt, steht im Ratgeber zum Messen der KI-Sichtbarkeit.
Wie es funktioniert
Nicht jeder Verweis auf eine Website wirkt gleich. Fünf Eigenschaften entscheiden über seinen Wert.
| Eigenschaft | Woran Sie sie erkennen | Warum sie zählt |
|---|---|---|
| Fachliche Nähe | Die verweisende Seite behandelt Ihr Thema | Ein Verweis aus dem eigenen Fachgebiet wiegt deutlich schwerer als einer von einer thematisch fremden Seite |
| Verlässlichkeit der Quelle | Impressum, Redaktion, erkennbare Fachleute | Fachmedien, Verbände und Hochschulen wiegen mehr als beliebige Verzeichnisse |
| Ankertext | Der sichtbare, anklickbare Text des Links | Ein sprechender Ankertext überträgt das Thema, „hier“ überträgt nichts |
| Platzierung | Fließtext gegenüber Fußzeile oder Linkliste | Ein Verweis mitten im Text eines Fachbeitrags wirkt wie eine bewusste Entscheidung |
| Kennzeichnung | Das Attribut rel im Quelltext des Links | Gekennzeichnete Verweise gelten als schwächeres Signal, sind aber nicht wertlos |
Was eine Quelle verlässlich macht, deckt sich weitgehend mit den Kriterien hinter E-E-A-T: erkennbare Urheber, nachvollziehbare Fachkunde, ein Ruf, der sich prüfen lässt.
Die Kennzeichnung steht im Quelltext der verweisenden Seite und sieht so aus:
<a href="https://example.com/ihre-seite" rel="sponsored">bezahlte Platzierung</a>
<a href="https://example.com/ihre-seite" rel="ugc">Link aus einem Kommentar</a>
<a href="https://example.com/ihre-seite" rel="nofollow">Link ohne Empfehlung</a>
<a href="https://example.com/ihre-seite">redaktioneller Verweis, ungekennzeichnet</a>
Google hat die Werte sponsored und ugc im September 2019 eingeführt. Seitdem behandelt Google alle drei Kennzeichnungen fürs Ranking als Hinweis und nicht mehr als feste Anweisung. Für Crawling und Indexierung gilt nofollow seit dem 1. März 2020 ebenfalls nur noch als Hinweis (Google Search Central, 10. September 2019). Ein gekennzeichneter Verweis kann also weiterhin Wirkung entfalten, nur eben nicht die einer ausgesprochenen Empfehlung.
In der Praxis
Bevor Sie neue Verweise aufbauen, prüfen Sie den Bestand. Fünf Schritte in dieser Reihenfolge:
1. Bestand erheben. In der Google Search Console listet der Bericht „Links“ die verweisenden Websites, die am häufigsten verlinkten Seiten und die verwendeten Ankertexte. Das ist die einzige Quelle, die Googles eigene Sicht zeigt.
2. Nach Fachnähe sortieren. Streichen Sie gedanklich alles, was thematisch nichts mit Ihrem Geschäft zu tun hat. Was übrig bleibt, ist Ihr echter Bestand.
3. Ziele prüfen. Rufen Sie die am häufigsten verlinkten Adressen auf. Führt eine davon ins Leere, richten Sie eine Weiterleitung ein, siehe Statuscode 301/302. Das ist der schnellste Ertrag im ganzen Thema, weil die Verweise bereits existieren.
4. Lücke bestimmen. Suchen Sie die Fachmedien, Verbände und Portale, die auf Wettbewerber verweisen, auf Sie aber nicht. Diese Liste ist Ihr Arbeitsplan, kein Wunschzettel.
5. Erwähnungen ohne Verweis finden. Suchen Sie den Firmennamen in Anführungszeichen. Wo Ihr Name genannt, aber nicht verlinkt wird, genügt oft eine freundliche Nachricht an die Redaktion.
Die tragfähigen Wege zu neuen Verweisen sind unspektakulär und langsam. Fachbeiträge in Branchenmedien, mit denen man etwas beiträgt statt zu werben. Mitgliedschaften in Verbänden, die ihre Mitglieder listen. Kooperationen mit Zulieferern und Partnern, die Referenzen veröffentlichen. Eigene Erhebungen und Daten, über die andere berichten wollen.
Der letzte Punkt ist der wirksamste und wird am seltensten genutzt. Wer als einziger im Markt eine Zahl erhebt, wird von allen zitiert, die über das Thema schreiben. Genau das zahlt zugleich auf die Generative Engine Optimization ein, also auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten.
Wovon abzuraten ist: gekaufte Verweise, Netzwerke für gegenseitige Verlinkung und die massenhafte Eintragung in Verzeichnisse. Google führt Kauf und Verkauf von Links, übermäßigen Linktausch und Links aus minderwertigen Verzeichnissen ausdrücklich als Link-Spam auf. Das erste verstößt gegen die Richtlinien, das zweite ist leicht erkennbar, das dritte ist wirkungslos.
Eine Faustregel für die Priorität: Ein Verweis, den Sie auch dann wollten, wenn es keine Suchmaschinen gäbe, ist meist ein guter Verweis.
Häufige Fehler
Auf Menge optimieren. Hundert schwache Verweise wiegen weniger als drei aus dem Fachumfeld.
Verweise kaufen. Der Kauf von Links zu Ranking-Zwecken verstößt gegen Googles Spam-Richtlinien und kann zu einer manuellen Maßnahme führen.
Immer denselben Ankertext verwenden. Ein unnatürlich einheitliches Muster fällt auf. Natürliche Verweise nennen mal die Marke, mal die Seite, mal ein Thema.
Nur an Verweisen arbeiten. Für die KI-Sichtbarkeit sind namentliche Erwähnungen der stärkere Hebel.
Alte Verweise ins Leere laufen lassen. Nach einem Umzug oder Neubau der Website müssen die alten Adressen weitergeleitet bleiben, sonst verfällt die Wirkung. Wie das planvoll abläuft, steht im Ratgeber zum Website-Relaunch.
Abgrenzung
Ein Backlink ist nicht dasselbe wie eine Erwähnung. Eine Erwähnung nennt den Namen, ohne zu verlinken. Für Suchmaschinen ist der Verweis das stärkere Signal, für Sprachmodelle nach aktueller Datenlage die Erwähnung.
Ein Backlink ist auch nicht dasselbe wie ein interner Verweis. Interne Verweise steuern die Struktur der eigenen Website und die Verteilung der Aufmerksamkeit darin, siehe Content-Cluster. Beide sind wichtig, wirken aber auf unterschiedliche Weise.
Und ein Backlink ist nicht dasselbe wie eine Autoritätskennzahl. Werte wie Domain Rating oder Sichtbarkeitsindex stammen von SEO-Anbietern und sind Schätzungen. Google verwendet sie nicht. Sie taugen zum Vergleich zweier Quellen, nicht als Zielgröße.

Geschrieben von
Marcel Speckmann
Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.
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Wie wir Inhalte planen, aufbauen und laufend nachschärfen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.