Definition
E-E-A-T ist ein Bewertungsraster aus Googles Richtlinien für Qualitätsbewerter, das Inhalte an vier Merkmalen misst: Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust, also eigene Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Es ist kein Rankingfaktor, sondern der Maßstab, nach dem geschulte Prüferinnen und Prüfer die Qualität von Suchergebnissen beurteilen. Trust gilt in den Richtlinien als wichtigster der vier Punkte, die anderen drei zahlen darauf ein.
Warum das zählt
E-E-A-T ist kein Rankingfaktor, den ein Algorithmus direkt misst. Google hält in der Dokumentation zu hilfreichen Inhalten zwei Dinge fest: E-E-A-T selbst ist kein spezifischer Rankingfaktor, und die Bewertungen der Qualitätsbewerter fließen nicht direkt in die Ranking-Algorithmen ein. Die Bewerter melden lediglich zurück, ob die Systeme gute Ergebnisse liefern. Google nutzt daneben eine Mischung aus Signalen, die Inhalte mit gutem E-E-A-T erkennbar machen soll. Der Weg ist also mittelbar, die Richtung aber eindeutig.
Wie streng das Raster angelegt wird, hängt vom Thema ab. Die Richtlinien für Qualitätsbewerter kennen dafür YMYL-Themen, kurz für „Your Money or Your Life“: Inhalte, die Gesundheit, finanzielle Stabilität, Sicherheit oder das Gemeinwohl berühren können. Für solche Seiten verlangen die Richtlinien ausdrücklich Genauigkeit, um Schaden zu vermeiden. Ein Beitrag über Grenzwerte in der Fertigung wird also strenger beurteilt als eine Meldung über ein Firmenjubiläum.
Praktisch nützlich wird das Raster als Prüfliste. Wenn eine Seite trotz guter Inhalte nicht vorankommt, lohnt der Durchgang durch die vier Buchstaben fast immer, weil er die Frage stellt, die im Alltag untergeht: Warum sollte jemand ausgerechnet uns glauben?
Wie es funktioniert
Die vier Buchstaben stehen für unterschiedliche Dinge, die oft vermischt werden.
| Buchstabe | Bedeutung | Woran erkennbar |
|---|---|---|
| Experience | eigene Erfahrung mit dem Thema | eigene Projekte, eigene Messungen, eigene Bilder |
| Expertise | fachliche Kompetenz für genau dieses Thema | Ausbildung, Zertifikate, benannte Autoren |
| Authoritativeness | Anerkennung als Anlaufstelle durch andere | Erwähnungen, Fachbeiträge, Verweise |
| Trust | Verlässlichkeit von Anbieter und Seite | Impressum, Erreichbarkeit, belegte Aussagen |
Das erste E kam im Dezember 2022 hinzu, als Google die Richtlinien um den Punkt Experience erweiterte. Für die meisten Unternehmen ist es der interessanteste Buchstabe, weil ein mittelständischer Anbieter hier gegenüber einem großen Portal im Vorteil sein kann. Ein Portal kann recherchieren, aber es hat die Anlage nicht selbst gebaut.
Trust steht in den Richtlinien im Zentrum des Rasters. Die Begründung ist schlicht: Einer Seite, der man nicht trauen kann, nützt kein Fachwissen und keine Bekanntheit. Erfahrung, Fachwissen und Autorität sind in dieser Logik keine eigenständigen Ziele, sondern Belege, die das Vertrauen stützen.
Die Richtlinien nennen drei Stellen, an denen Prüfer nach Belegen suchen: was der Anbieter über sich selbst sagt, etwa auf der Seite „Über uns“ oder im Autorenprofil; was andere über ihn sagen, also unabhängige Bewertungen, Fachartikel und Presseberichte; und was auf der Seite selbst sichtbar ist. Genannt wird auch der Gegenfall: Bei einem klaren Interessenkonflikt gilt eine Quelle als weniger vertrauenswürdig, etwa bei einer „Produktbewertung“ durch den Hersteller selbst.
In der Praxis
Für den eigenen Durchgang hat sich diese Reihenfolge bewährt: erst der Anbieter, dann der Verfasser, dann die Belege von außen, zuletzt der Text selbst. Die Richtlinien geben keine Reihenfolge vor, sie verlangen nur, dass sich die Einschätzung auf eine oder mehrere der genannten Belegquellen stützt.
| Schritt | Was Sie prüfen | Woran Sie das Ergebnis erkennen |
|---|---|---|
| 1. Anbieter | Impressum, Seite „Über uns“, Erreichbarkeit | Anschrift, Telefonnummer und Ansprechpartner sind ohne Umweg auffindbar |
| 2. Verfasser | benannter Autor mit Foto, Funktion, Werdegang | der Name ist auch außerhalb der Website nachprüfbar |
| 3. Belege von außen | Erwähnungen, Fachbeiträge, Verzeichnisse | mindestens eine unabhängige Quelle bestätigt die Tätigkeit |
| 4. Inhalt | eigene Zahlen, eigene Bilder, Quellenangaben | jede belastbare Aussage lässt sich zurückverfolgen |
Für Erfahrung heißt das: eigene Projektbeispiele mit echten Zahlen und eigene Fotos statt Bildagenturmaterial. Für Fachwissen: benannte Autoren statt anonymer Beiträge. Für Autorität: Fachbeiträge außerhalb der eigenen Website und Erwähnungen in Branchenmedien. Dieser Teil kostet den meisten Aufwand und lässt sich am schwersten ersetzen. Für Vertrauen: vollständiges Impressum, echte Erreichbarkeit und klare Preisangaben oder eine Erklärung, warum es keine gibt.
Ist ein Verfasser benannt, gehört er auch in die maschinenlesbare Auszeichnung der Seite. Google empfiehlt für Artikel ausdrücklich, im Feld author neben dem Namen auch den Typ und eine URL zur Autorenseite anzugeben, damit klar wird, um wen es sich handelt. In JSON-LD sieht das so aus:
"author": {
"@type": "Person",
"name": "Marcel Speckmann",
"url": "https://www.speckmann-webdesign.de/marcel-speckmann"
}
Das Feld name enthält laut Googles Vorgaben für Artikel-Auszeichnung nur den Namen, keine Funktionsbezeichnung. Mehrere Autoren bekommen je ein eigenes Feld. Die Auszeichnung ersetzt keine Substanz, verbindet Beitrag und Person aber eindeutig. Wie das technisch eingebaut wird, steht im Ratgeber zu Schema-Markup.
Häufige Fehler
Anonyme Beiträge. Ohne benannten Verfasser fehlt die Zuordnung von Fachwissen zu einem Menschen. Die Richtlinien lassen Anonymität nur bei nachvollziehbarem Grund gelten, etwa auf privaten Seiten. Ein Unternehmensblog gehört nicht dazu.
Erfahrung behaupten statt zeigen. „Langjährige Erfahrung“ ist keine Erfahrung. Ein konkretes Projekt mit konkreten Zahlen schon.
Nur an der eigenen Website arbeiten. Autorität entsteht außerhalb. Wer nur die eigene Seite optimiert, deckt einen von vier Buchstaben nicht ab.
Zahlen ohne Quelle. Sie kosten Vertrauen, statt es aufzubauen, sobald jemand nachprüft.
Menge statt Substanz. Seiten ohne eigenen Beitrag zum Thema ziehen das Gesamtbild nach unten. In den Richtlinien genügt ein einziges Merkmal geringer Qualität für die Bewertung „Low“, und fehlendes E-E-A-T ist eines davon. Der Fachbegriff für solche Seiten lautet Thin Content.
E-E-A-T als Checkliste abhaken. Eine Autorenbox ohne echte Person dahinter erfüllt die Form, nicht den Zweck.
Abgrenzung
E-E-A-T ist kein Messwert. Es gibt keinen E-E-A-T-Wert, den man auslesen oder optimieren könnte, und jedes Werkzeug, das einen solchen Wert anzeigt, hat ihn sich selbst ausgedacht. Die Richtlinien selbst kennen keine Punkteskala, sondern beschreibende Stufen von „Lowest“ bis „Very High“.
E-E-A-T ist auch kein Urteil über das Werkzeug, mit dem ein Text entstanden ist. Die Richtlinien stellen fest, dass der Einsatz generativer Werkzeuge allein die Qualitätsbewertung nicht bestimmt. Entscheidend bleiben Aufwand, Eigenständigkeit und der Mehrwert für den Leser.
Zu unterscheiden ist das Raster von der thematischen Abdeckung. E-E-A-T beschreibt die Glaubwürdigkeit des Absenders, während Topical Authority beschreibt, wie vollständig eine Website ein Themenfeld bearbeitet. Beides hängt zusammen, meint aber nicht dasselbe.
Und es ist nicht auf Google beschränkt. Dieselben Signale, die für eine Bewertung durch Menschen sprechen, wirken auf Sprachmodelle: Ein benannter Autor mit belegbarem Hintergrund macht eine Aussage zuordenbar, und genau das ist die Grundlage jeder Entität. Belegte Aussagen mit Quelle erhöhen zusätzlich die Zitierfähigkeit, weil sich einzelne Sätze ohne Umdeutung übernehmen lassen.

Geschrieben von
Marcel Speckmann
Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.
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Wie wir Inhalte planen, aufbauen und laufend nachschärfen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.