Geordnetes Raster aus Karten, dessen mittlere Reihe verschoben ist, Sinnbild für ein Google Core Update

Was ein Core Update überhaupt ist

Google verändert seine Bewertung laufend, meist unbemerkt. Mehrmals im Jahr fasst das Unternehmen größere Anpassungen zusammen und kündigt sie als Core Update an, die Google selbst als bedeutende, breit wirkende Änderungen an seinen Bewertungssystemen beschreibt. Der Ausrollzeitraum beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen.

Wichtig zum Verständnis: Ein Core Update ist keine Strafe. Es gibt keine Verwarnung und nichts, was sich beheben ließe. Google bewertet neu, welche Inhalte eine Suchanfrage am besten beantworten. Wenn Ihre Seite verliert, hat sich meist nicht Ihre Seite verschlechtert, sondern die Einschätzung, wie gut sie im Vergleich zu anderen passt.

Das erklärt, warum Sichtbarkeit auch ohne jede eigene Änderung einbrechen kann. Und warum hektische Umbauten selten helfen.

Die richtige Reihenfolge nach einem Einbruch

Erstens: Zeitraum eingrenzen. Prüfen Sie in der Google Search Console, wann genau der Rückgang begann, und gleichen Sie das mit dem offiziellen Ausrollzeitraum ab. Fällt es nicht zusammen, ist das Update vermutlich nicht die Ursache, und Sie suchen an der falschen Stelle.

Zweitens: Betroffene Seiten identifizieren. Meist verliert nicht die ganze Website, sondern ein Bereich. Vergleichen Sie die Klicks je Seite über acht Wochen vor und nach dem Update. Häufig zeigt sich ein Muster: nur Ratgeberinhalte, nur Produktseiten, nur ein Themengebiet.

Drittens: Suchergebnisse ansehen. Wer steht jetzt dort, wo Sie standen? Oft hat sich die Interpretation der Suchanfrage verschoben, etwa von Verkaufsseiten hin zu Ratgebern. Dann ist die Antwort nicht Optimierung, sondern ein anderes Format.

Viertens: Erst dann ändern. Und zwar an den betroffenen Seiten, nicht an der ganzen Website.

Was erfahrungsgemäß nicht hilft

Nach einem Einbruch werden regelmäßig Maßnahmen ergriffen, die keinen belegten Zusammenhang mit Core Updates haben.

Alles neu schreiben. Wenn Inhalte fachlich gut sind, ist der Text selten das Problem. Ein kompletter Neuschrieb zerstört zudem die Vergleichbarkeit: Sie wissen anschließend nicht, was gewirkt hat.

Technische Kennzahlen optimieren. Ladezeit und Core Web Vitals sind sinnvoll, aber sie sind fast nie die Ursache eines Core-Update-Verlusts. Wer nach einem Einbruch die Ladezeit von 2,1 auf 1,8 Sekunden verbessert, wird davon nichts sehen.

Mehr Inhalte in kurzer Zeit. Zwanzig schnell produzierte Beiträge verschlechtern das Gesamtbild eher, als dass sie helfen.

Auf das nächste Update warten und nichts tun. Wer nichts ändert, hat keinen Grund für eine bessere Bewertung beim nächsten Mal. Erholung kommt in der Regel erst mit einem Folgeupdate, aber nur, wenn sich inhaltlich etwas verbessert hat.

Was hilft, was nicht

MaßnahmeWirkung nach einem Core Update
Alles neu schreibenZerstört die Vergleichbarkeit, wirkt selten
Ladezeit minimal verbessernKein Zusammenhang mit dem Verlust
Inhalte in Masse produzierenVerschlechtert das Gesamtbild eher
Nichts tun und abwartenKeine Erholung beim nächsten Update
Betroffene Seiten inhaltlich stärkenErholung beim nächsten Update meist möglich
Autorenschaft und Belege ergänzenStabilisiert auf Dauer

Was langfristig stabilisiert

Websites, die Core Updates gut überstehen, haben meist drei Eigenschaften.

Erkennbare Verfasser. Inhalte mit benannter Autorenschaft, nachvollziehbarer Qualifikation und verknüpften Profilen sind stabiler als anonyme Texte. Google verbindet Fachwissen mit Personen, nicht mit Domains.

Belegte Aussagen. Konkrete Zahlen mit Quellenangabe, eigene Daten, benannte Fallbeispiele. Das schützt nicht nur bei Google, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten zitiert zu werden.

Gepflegte Inhalte statt ständig neuer. Regelmäßige inhaltliche Aktualisierung bestehender Seiten wirkt nachweislich stärker als hohe Veröffentlichungsfrequenz. Über ein Viertel der als aktuell bewerteten Seiten stammt ursprünglich aus der Zeit vor mehr als zwei Jahren und wurde seitdem gepflegt.

Marcel Speckmann

Geschrieben von

Marcel Speckmann

Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.

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Dazu passt

Wenn Sie nach einem Update nicht weiterkommen: Wie wir Sichtbarkeit systematisch aufbauen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.

Zur Seite Suchmaschinenoptimierung →

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Wie lange dauert es, bis sich die Sichtbarkeit erholt?

Meist bis zum nächsten Core Update, also drei bis sechs Monate. Eine Erholung innerhalb desselben Updates ist selten. Voraussetzung ist, dass sich inhaltlich tatsächlich etwas verbessert hat. Wer nichts ändert, erholt sich in der Regel auch beim nächsten Mal nicht.

Kann ich sehen, ob ein Update ausgerollt wird?

Ja. Google kündigt Core Updates offiziell an und nennt Beginn und Abschluss. Zusätzlich zeigen Sichtbarkeitsindizes wie der von SISTRIX ungewöhnliche Bewegungen über viele Domains hinweg, oft bevor die offizielle Bestätigung kommt.

Sollte ich während eines Updates Änderungen vermeiden?

Größere Umbauten ja. Laufende Arbeit können Sie fortsetzen. Was Sie vermeiden sollten, sind Panikmaßnahmen, denn während des Ausrollens schwanken die Daten so stark, dass sich Ursache und Wirkung nicht trennen lassen.

Wie oft rollt Google Core Updates aus?

Google nennt keine feste Anzahl pro Jahr. In der offiziellen Dokumentation spricht das Unternehmen von bedeutenden, breit wirkenden Änderungen, die mehrmals jährlich erfolgen. In der Praxis waren es zuletzt drei bis fünf bestätigte Core Updates pro Jahr, dazu kleinere Anpassungen ohne eigenen Namen.

Was unterscheidet ein Core Update von einer manuellen Maßnahme?

Ein Core Update ist eine neue Bewertung durch den Algorithmus, keine Strafe. In der Google Search Console erscheint dazu keine Warnung. Eine manuelle Maßnahme dagegen steht dort unter „Sicherheit und manuelle Maßnahmen" und verlangt eine konkrete Behebung samt Prüfantrag. Wer nach einem Einbruch dort nichts findet, hat es mit einer Verschiebung im Algorithmus zu tun, nicht mit einer Sanktion.

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