Geordnetes Raster aus Karten, dessen mittlere Reihe verschoben ist, Sinnbild für ein Google Core Update

Was ein Core Update überhaupt ist

Google verändert seine Bewertung laufend, meist unbemerkt. Mehrmals im Jahr fasst das Unternehmen größere Anpassungen zusammen und kündigt sie als Core Update an. In der eigenen Dokumentation beschreibt Google Core Updates als bedeutende, breit wirkende Änderungen an seinen Bewertungssystemen, die mehrmals jährlich erfolgen. Eine feste Zahl pro Jahr nennt Google nicht.

Wie lange ein Update läuft, ist öffentlich dokumentiert. Im Search Status Dashboard von Google stehen Beginn und Abschluss jedes bestätigten Updates mit Datum und Uhrzeit. Das March 2026 core update lief vom 27. März bis zum 8. April 2026, das May 2026 core update vom 21. Mai bis zum 2. Juni 2026, jeweils rund zwölf Tage. Das December 2025 core update brauchte vom 11. bis zum 29. Dezember 2025 sogar 18 Tage. Knapp zwei bis zweieinhalb Wochen sind also die realistische Erwartung.

Wichtig zum Verständnis: Ein Core Update ist keine Strafe. Es gibt keine Verwarnung und nichts, was sich im technischen Sinn beheben ließe. Google bewertet neu, welche Inhalte eine Suchanfrage am besten beantworten. Das Unternehmen selbst vergleicht das mit einer Bestenliste von Restaurants: Wer nach unten rutscht, ist nicht plötzlich schlecht, es sind nur andere hinzugekommen, die besser in die Liste passen.

Das erklärt, warum Sichtbarkeit auch ohne jede eigene Änderung einbrechen kann. Und warum hektische Umbauten selten helfen.

Core Update oder etwas anderes

Bevor Sie eine einzige Zeile ändern, klären Sie die Ursache. Ein Sichtbarkeitsverlust hat mehrere mögliche Auslöser, und die Gegenmaßnahmen unterscheiden sich vollständig. Wer eine manuelle Maßnahme für ein Core Update hält, wartet monatelang auf eine Erholung, die nie kommt.

AuslöserWoran Sie ihn erkennenWas zu tun ist
Core UpdateRückgang liegt im offiziellen Zeitraum, betrifft ganze SeitenbereicheInhaltlich arbeiten, Wirkung ab dem nächsten Update
Spam UpdateEigener Eintrag im Status Dashboard, meist deutlich kürzerSpam-Richtlinien prüfen, betroffene Muster entfernen
Manuelle MaßnahmeMeldung im Bericht der Search ConsoleUrsache beheben, danach Prüfantrag stellen
Technischer FehlerBruch von einem Tag auf den anderen, Indexierungsbericht schlägt ausStatuscodes, robots.txt und Weiterleitungen prüfen
SaisonalitätGleicher Verlauf im VorjahreszeitraumNichts, das ist normal

Der wichtigste Ausschluss dauert zwei Minuten. Öffnen Sie in der Google Search Console den Bericht zu manuellen Maßnahmen. Ist er leer, liegt keine Sanktion vor. Steht dort ein Eintrag, gilt ein anderer Ablauf: Google verlangt, dass Sie das Problem auf allen betroffenen Seiten beheben und anschließend einen Prüfantrag stellen. Für dessen Bearbeitung nennt Google eine Spanne von mehreren Tagen bis mehreren Wochen. Ein Core Update dagegen erzeugt in der Search Console keinerlei Meldung.

Ebenso lohnt der Blick auf den Umfang. Verliert wirklich die gesamte Domain, oder nur ein Verzeichnis? Bricht ein einzelner Seitentyp weg, sind Sie fast immer bei einem inhaltlichen Thema. Bricht alles gleichzeitig und schlagartig weg, prüfen Sie zuerst die Technik.

Die richtige Reihenfolge nach einem Einbruch

Die Reihenfolge entscheidet über das Ergebnis. Wer mit Schritt vier beginnt, verliert die Datengrundlage für die Schritte eins bis drei. Rechnen Sie für die Analyse mit einem halben bis einem ganzen Arbeitstag, bevor überhaupt etwas geändert wird.

  1. Zeitraum eingrenzen. Prüfen Sie im Leistungsbericht der Search Console, an welchem Tag der Rückgang begann, und gleichen Sie das Datum mit dem offiziellen Ausrollzeitraum ab. Stellen Sie den Zeitraum dafür von Hand ein. Fällt der Bruch nicht zusammen, ist das Update vermutlich nicht die Ursache. Aufwand: rund 30 Minuten.
  2. Betroffene Seiten identifizieren. Exportieren Sie Klicks und Impressionen je Seite für acht Wochen vor und acht Wochen nach dem Update und stellen Sie beide Zeiträume nebeneinander. Bei 100 URLs ist das eine Stunde Arbeit, bei mehreren tausend URLs ein halber Tag in der Tabellenkalkulation.
  3. Muster suchen. Meist verliert nicht die ganze Website, sondern eine Gruppe: nur Ratgeberinhalte, nur Produktseiten, nur ein Themengebiet. Sortieren Sie den Export nach Verzeichnis. Wenn 80 Prozent des Verlusts aus einem Verzeichnis stammen, haben Sie Ihre Arbeitsliste.
  4. Suchergebnisse ansehen. Wer steht jetzt dort, wo Sie standen? Häufig hat sich die Suchintention verschoben, etwa von Verkaufsseiten hin zu Ratgebern oder von langen Texten hin zu Vergleichstabellen. Dann ist die Antwort nicht Optimierung, sondern ein anderes Format.
  5. Hypothese aufschreiben. Ein Satz je betroffener Seitengruppe, zum Beispiel: „Unsere Kategorieseiten beantworten die Frage nicht, weil der erklärende Teil fehlt.“ Ohne notierte Hypothese lässt sich später nicht prüfen, ob Sie richtig lagen.
  6. Erst dann ändern. Und zwar an fünf bis fünfzehn Seiten, nicht an der ganzen Website. Notieren Sie zu jeder Änderung Datum und Umfang. Diese Liste ist die einzige Grundlage, auf der Sie nach dem nächsten Update beurteilen können, was gewirkt hat.

Wenn Sie mehr als fünfzehn Seiten gleichzeitig anfassen, gewinnen Sie Tempo und verlieren Erkenntnis. Bei sehr großen Websites arbeiten Sie besser in Wellen von wenigen Dutzend URLs, jeweils mit Datum dokumentiert.

Was erfahrungsgemäß nicht hilft

Nach einem Einbruch werden regelmäßig Maßnahmen ergriffen, die keinen belegten Zusammenhang mit Core Updates haben.

Alles neu schreiben. Wenn Inhalte fachlich gut sind, ist der Text selten das Problem. Ein kompletter Neuschrieb zerstört zudem die Vergleichbarkeit: Sie wissen anschließend nicht, was gewirkt hat.

Technische Kennzahlen optimieren. Ladezeit und Core Web Vitals sind sinnvoll, aber sie sind fast nie die Ursache eines Core-Update-Verlusts. Wer nach einem Einbruch die Ladezeit von 2,1 auf 1,8 Sekunden verbessert, wird davon nichts sehen.

Mehr Inhalte in kurzer Zeit. Zwanzig schnell produzierte Beiträge verschlechtern das Gesamtbild eher, als dass sie helfen. Google bewertet die Website als Ganzes, und Thin Content zieht auch die guten Seiten mit nach unten.

Veröffentlichungsdaten hochsetzen. Google fragt in seinen Selbstbewertungsfragen ausdrücklich, ob Datumsangaben geändert werden, damit Inhalte frisch wirken, obwohl sich am Inhalt nichts Wesentliches geändert hat. Das ist als Warnsignal formuliert, nicht als Tipp.

Auf das nächste Update warten und nichts tun. Wer nichts ändert, hat keinen Grund für eine bessere Bewertung beim nächsten Mal. Erholung kommt in der Regel erst mit einem Folgeupdate, aber nur, wenn sich inhaltlich etwas verbessert hat.

Was hilft, was nicht

MaßnahmeWirkung nach einem Core Update
Alles neu schreibenZerstört die Vergleichbarkeit, wirkt selten
Ladezeit minimal verbessernKein Zusammenhang mit dem Verlust
Inhalte in Masse produzierenVerschlechtert das Gesamtbild eher
Nur das Veröffentlichungsdatum ändernVon Google ausdrücklich als Warnsignal genannt
Nichts tun und abwartenKeine Erholung beim nächsten Update
Betroffene Seiten inhaltlich stärkenErholung beim nächsten Update meist möglich
Autorenschaft und Belege ergänzenStabilisiert auf Dauer

Was langfristig stabilisiert

Websites, die Core Updates gut überstehen, haben meist drei Eigenschaften.

Erkennbare Verfasser. Inhalte mit benannter Autorenschaft, nachvollziehbarer Qualifikation und verknüpften Profilen sind stabiler als anonyme Texte. In seiner Anleitung für hilfreiche, verlässliche und für Menschen gemachte Inhalte empfiehlt Google ausdrücklich, Autorenangaben zu ergänzen, wo Leser sie erwarten, und von dort auf weitere Informationen zum Autor zu verlinken. Genau das ist der praktische Kern von E-E-A-T.

Diese Angabe sollte nicht nur sichtbar sein, sondern auch maschinenlesbar. In der Dokumentation zum strukturierten Datentyp Article empfiehlt Google, beim Autor zusätzlich die Eigenschaften type und url oder sameAs anzugeben und im Feld name ausschließlich den Namen zu führen, ohne Titel oder Firmenzusatz. Als JSON-LD im Kopfbereich der Seite sieht das so aus:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Article",
  "headline": "Core Update, Sichtbarkeit weg. Was jetzt?",
  "datePublished": "2026-08-14",
  "author": [{
    "@type": "Person",
    "name": "Marcel Speckmann",
    "url": "https://www.speckmann-webdesign.de/marcel-speckmann",
    "sameAs": ["Adresse Ihres beruflichen Profils"]
  }]
}
</script>

Belegte Aussagen. Konkrete Zahlen mit Quellenangabe, eigene Daten, benannte Beispiele. Das schützt nicht nur bei Google, sondern erhöht auch die Zitierfähigkeit in KI-Antworten, etwa in einem AI Overview. Ein Satz mit Zahl, Datum und Quelle ist für ein Sprachmodell brauchbar, ein Satz mit „deutlich mehr“ nicht.

Gepflegte Inhalte statt ständig neuer. Nehmen Sie sich pro Quartal die zwanzig wichtigsten Seiten vor und prüfen Sie, ob Zahlen, Preise, Rechtsstand und Beispiele noch stimmen. Wichtig ist die inhaltliche Aktualisierung, nicht das Datum darüber. Wer stattdessen jede Woche einen neuen Beitrag veröffentlicht, ohne den Bestand zu pflegen, verdünnt seine Topical Authority, statt sie aufzubauen.

Wie lange die Erholung dauert

Hier liegt die größte Fehleinschätzung. Änderungen wirken nicht in Tagen. Google schreibt in seiner Dokumentation zu Core Updates, dass es mehrere Monate dauern kann, bis die Systeme erkennen, dass eine Website als Ganzes wieder hilfreiche und verlässliche Inhalte liefert. Wenn nach einigen Monaten nichts passiert, kann es bis zum nächsten Core Update dauern.

Der Abstand zwischen den Updates gibt den Takt vor. Zwischen dem December 2025 core update und dem March 2026 core update lagen rund drei Monate, zwischen März und Mai 2026 rund zwei. Wer im Juni mit der Arbeit beginnt, sieht das Ergebnis realistisch im Herbst.

Ein belastbarer Ablauf sieht deshalb so aus:

  1. Woche 1 bis 3: Update läuft. Keine strukturellen Änderungen, laufende Arbeit fortsetzen.
  2. Woche 4: Eine Woche nach dem offiziellen Abschluss auswerten, Ursache klären, betroffene Seiten festlegen.
  3. Woche 5 bis 12: Betroffene Seiten überarbeiten, Autorenangaben und Belege ergänzen, schwache Seiten zusammenführen oder entfernen.
  4. Ab dem nächsten Core Update: Ergebnis prüfen, Hypothesen abgleichen, nächste Welle planen.

Zwischendurch messbar bleibt die Klickrate auf den überarbeiteten Seiten. Sie reagiert auf bessere Titel und Einstiege, unabhängig vom nächsten Update, und ist damit das einzige kurzfristige Signal, dem Sie in dieser Phase trauen können.

Marcel Speckmann

Geschrieben von

Marcel Speckmann

Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.

Mehr über meine Arbeit →

Dazu passt

Wenn Sie nach einem Update nicht weiterkommen: Wie wir Sichtbarkeit systematisch aufbauen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.

Zur Seite Suchmaschinenoptimierung →

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Wie lange dauert es, bis sich die Sichtbarkeit erholt?

Meist bis zum nächsten Core Update. Zwischen den letzten bestätigten Updates lagen zwei bis drei Monate, planen Sie also mit einem Quartal. Google selbst schreibt, dass es mehrere Monate dauern kann, bis die Systeme eine verbesserte Website neu einschätzen. Voraussetzung ist, dass sich inhaltlich tatsächlich etwas verbessert hat. Wer nichts ändert, erholt sich in der Regel auch beim nächsten Mal nicht.

Kann ich sehen, ob ein Update ausgerollt wird?

Ja. Google veröffentlicht jedes bestätigte Update im Search Status Dashboard mit Startdatum, Enddatum und Uhrzeit. Dort steht auch, ob es sich um ein Core Update oder ein Spam Update handelt. Zusätzlich zeigen Sichtbarkeitsindizes wie der von SISTRIX ungewöhnliche Bewegungen über viele Domains hinweg, oft schon bevor die offizielle Bestätigung erscheint.

Sollte ich während eines Updates Änderungen vermeiden?

Größere Umbauten ja. Laufende Arbeit können Sie fortsetzen. Was Sie vermeiden sollten, sind Panikmaßnahmen, denn während des Ausrollens schwanken die Daten so stark, dass sich Ursache und Wirkung nicht trennen lassen. Google empfiehlt, nach dem offiziellen Abschluss noch mindestens eine volle Woche zu warten, bevor Sie die Zahlen Ihrer Website auswerten.

Wie oft rollt Google Core Updates aus?

Google nennt keine feste Anzahl pro Jahr, sondern spricht von bedeutenden, breit wirkenden Änderungen, die mehrmals jährlich erfolgen. Im Search Status Dashboard sind für den Zeitraum Dezember 2025 bis Mai 2026 drei bestätigte Core Updates dokumentiert. Dazu kommen Spam Updates und zahllose kleinere Anpassungen, die Google nicht gesondert ankündigt.

Was unterscheidet ein Core Update von einer manuellen Maßnahme?

Ein Core Update ist eine neue Bewertung durch den Algorithmus, keine Strafe. In der Google Search Console erscheint dazu keine Warnung. Eine manuelle Maßnahme dagegen steht dort im eigenen Bericht und verlangt, dass Sie das Problem auf allen betroffenen Seiten beheben und anschließend einen Prüfantrag stellen. Dessen Bearbeitung dauert laut Google mehrere Tage bis Wochen.

Soll ich Seiten löschen, die verloren haben?

Nur, wenn sie inhaltlich nichts beitragen. Bei mehreren dünnen Beiträgen zum selben Thema ist das Zusammenführen auf eine gute Seite meist die bessere Lösung, mit Weiterleitung der alten Adressen. Löschen Sie dagegen Seiten, die Anfragen bringen, verlieren Sie doppelt. Prüfen Sie vorher immer, welche Seite in den letzten zwölf Monaten Kontakte erzeugt hat.

Nächster Schritt

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