Definition
Ein Core Update ist eine umfassende Änderung an den Bewertungssystemen der Google-Suche, die mehrmals im Jahr ausgerollt wird und die Positionen ganzer Websites verschieben kann. Es richtet sich laut Google nicht gegen einzelne Websites oder einzelne Seiten, sondern verändert, wie Qualität insgesamt beurteilt wird. Beginn und Abschluss jedes Core Updates gibt Google öffentlich bekannt, Details zu den Änderungen nicht.
Warum das zählt
Ein Core Update kann die Sichtbarkeit einer Website innerhalb weniger Tage deutlich verschieben, ohne dass sich an der Website selbst etwas geändert hat. Für Unternehmen, deren Anfragen wesentlich über die Suche kommen, ist das ein Geschäftsrisiko.
Ein Rückgang bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass etwas falsch gemacht wurde. Google beschreibt Core Updates als breite Änderungen, die nicht auf einzelne Websites zielen. Die Dokumentation vergleicht das mit einer Liste der zwanzig Lieblingsrestaurants: Wer herausfällt, ist deshalb nicht schlecht. Es sind andere hinzugekommen.
Für die Reaktion ist dieser Unterschied entscheidend. Wurden die eigenen Inhalte schwächer bewertet, hilft nur inhaltliche Arbeit. Stehen andere Anbieter vorn, geht es um die Frage, welche Suchintention diese besser bedienen, also welches Bedürfnis hinter der Suchanfrage.
Wie es funktioniert
Bei einem Core Update ändert Google die Systeme, mit denen Inhalte bewertet und sortiert werden. Betroffen ist die Bewertung insgesamt. Welche Systeme genau angepasst wurden, teilt Google nicht mit.
Beginn und Abschluss stehen im Search Status Dashboard, Googles öffentlicher Liste der Ranking-Updates. Dort steht auch die Dauer jedes Ausrollvorgangs. Diese Daten legen den Vergleichszeitraum für die spätere Auswertung fest.
| Core Update | Beginn | Dauer laut Dashboard |
|---|---|---|
| März 2025 | 13.03.2025 | 13 Tage, 21 Stunden |
| Juni 2025 | 30.06.2025 | 16 Tage, 18 Stunden |
| Dezember 2025 | 11.12.2025 | 18 Tage, 2 Stunden |
| März 2026 | 27.03.2026 | 12 Tage, 4 Stunden |
| Mai 2026 | 21.05.2026 | 11 Tage, 21 Stunden |
Die fünf Core Updates seit März 2025 dauerten also zwischen knapp zwölf und gut achtzehn Tagen. Ausreißer gibt es in beide Richtungen: Das Core Update vom Dezember 2024 war nach sechs Tagen abgeschlossen, das vom März 2024 erst nach 45 Tagen.
Zwischen den angekündigten Updates ändert Google seine Systeme laufend weiter, ausdrücklich auch mit kleineren Core Updates. Diese werden nicht angekündigt, weil sie kaum auffallen. Auch über sie können Verbesserungen wirken.
In der Praxis
Für die Auswertung nach einem Rückgang nennt Google eine feste Reihenfolge. Sie beginnt beim Kalender, nicht bei der Website.
Schritt 1, Abschluss abwarten. Prüfen Sie im Search Status Dashboard, ob das Update fertig ausgerollt ist, und notieren Sie Start- und Enddatum. Während des Ausrollens sind Zwischenstände nicht aussagekräftig.
Schritt 2, die richtigen Zeiträume vergleichen. Google empfiehlt, nach dem Abschluss mindestens eine volle Woche zu warten. Vergleichen Sie dann diese Woche mit einer Woche vor dem Beginn des Updates.
Schritt 3, Seiten und Suchanfragen eingrenzen. In der Search Console sehen Sie je Seite und Suchanfrage die Impressionen, also die Anzeigen in den Ergebnissen, dazu Klicks und Positionen. Google unterscheidet nach Größe des Verlusts: Bei einem kleinen Rückgang, etwa von Position 2 auf 4, rät Google von drastischen Schritten ab. Bei einem großen Rückgang, etwa von Position 4 auf 29, folgt die tiefere Prüfung.
Schritt 4, Suchtypen trennen. Werten Sie Websuche, Bilder, Video und News getrennt aus. Ein Verlust nur bei Bildern hat andere Ursachen als ein Verlust in der Websuche.
Schritt 5, Inhalte selbst prüfen. Google verweist auf die Fragen aus dem Leitfaden zu hilfreichen, verlässlichen Inhalten für Menschen. Er fasst sie unter „Wer, Wie und Warum“ zusammen: Wer hat den Inhalt erstellt, wie ist er entstanden, warum gibt es ihn. Dazu gehört die Autorenangabe dort, wo Leser eine erwarten. Das deckt sich mit dem Bewertungsraster E-E-A-T.
Schritt 6, die neuen Gewinner ansehen. Wer steht jetzt auf den verlorenen Positionen, und was leistet dieser Inhalt mehr. Das zeigt, welche Art von Inhalt jetzt bevorzugt wird.
Zwei Warnungen betont Google dabei. Von schnellen Notlösungen rät die Dokumentation ab, etwa vom Entfernen einzelner Seitenelemente, weil sie angeblich schlecht für SEO seien. Und das Löschen von Inhalten ist das letzte Mittel, nicht der erste Schritt.
Zur Wirkungsdauer schreibt Google: Manche Änderungen wirken nach wenigen Tagen, es kann aber mehrere Monate dauern, bis die Systeme die Website insgesamt neu einschätzen. Passiert dann nichts, kann es bis zum nächsten Core Update dauern. Eine Garantie gibt Google nicht. Die ausführliche Vorgehensweise mit Reihenfolge steht im Beitrag Core Update: Sichtbarkeit weg, was jetzt zu tun ist.
Häufige Fehler
Während des Ausrollens reagieren. Zwischenstände täuschen. Wer mitten im Vorgang ändert, kann die Wirkung der eigenen Änderungen später nicht mehr zuordnen.
Zu früh auswerten. Wer am Tag des Abschlusses vergleicht, arbeitet mit unruhigen Zahlen. Die empfohlene Woche Abstand spart Fehlschlüsse.
Technisch suchen, wo inhaltlich verloren wurde. Core Updates betreffen die Qualitätsbewertung. Ladezeit und Serverkonfiguration sind hier selten die Ursache.
Seiten pauschal löschen. Ohne Analyse werden dabei regelmäßig funktionierende Seiten mit entfernt. Sinnvoll ist das Aussortieren nur bei Thin Content, also bei Seiten ohne eigenen Inhalt und ohne erkennbaren Zweck.
Auf die Rückkehr warten. Ohne inhaltliche Änderung passiert beim nächsten Update meist nichts. Sinnvoller ist es, das eigene Themenfeld vollständig abzudecken und so Topical Authority aufzubauen, also nachweisbare Tiefe in einem Thema.
Abgrenzung
Ein Core Update ist keine Strafe. Eine manuelle Maßnahme ist etwas anderes: Sie wird von einem Prüfer bei Google wegen eines Verstoßes gegen die Spam-Richtlinien verhängt, im Bericht „Manuelle Maßnahmen“ der Search Console mitgeteilt und lässt sich nach der Behebung zur erneuten Prüfung einreichen. Ein Core Update erzeugt keine solche Meldung.
| Ereignis | Ankündigung | Meldung in der Search Console | Weg zurück |
|---|---|---|---|
| Core Update | Beginn und Abschluss im Search Status Dashboard | keine | Inhalte verbessern, Wirkung nach Tagen bis Monaten |
| Spam Update | ebenfalls im Search Status Dashboard | keine | Verstöße gegen die Spam-Richtlinien abstellen |
| Manuelle Maßnahme | keine | Bericht „Manuelle Maßnahmen“ | Beheben und erneute Prüfung beantragen |
| Laufende kleine Anpassungen | keine | keine | kein eigener Vorgang, wirkt fortlaufend |
Nicht jeder Einbruch ist ein Core Update. Fällt der Rückgang zeitlich nicht mit einem angekündigten Zeitraum zusammen, liegt die Ursache meist woanders: ein Relaunch mit geänderten Adressen, ein Fehler in der Indexierung oder saisonal schwächere Nachfrage. Für den Relaunch-Fall steht die Vorgehensweise im Beitrag Website-Relaunch ohne Sichtbarkeitsverlust.
Ein weiterer Fall sieht wie ein Update aus, ist aber keines: Die Positionen bleiben stabil, die Klicks sinken trotzdem. Dann ist meist die Klickrate gefallen, etwa weil oberhalb der Trefferliste ein AI Overview steht, also eine KI-Zusammenfassung der Antwort.

Geschrieben von
Marcel Speckmann
Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.
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Wie wir Inhalte planen, aufbauen und laufend nachschärfen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.