
Was mit einem PDF passiert
Google indexiert PDFs grundsätzlich seit 2001 und hat nach eigenen Angaben hunderte Millionen davon im Index, tut das aber mit erheblichen Einschränkungen (Google Search Central: PDFs in Google search results). Die Datei wird als Ganzes bewertet, nicht abschnittsweise. Interne Struktur, also Tabellen und Kennwerte, geht dabei weitgehend verloren. Ein 40-seitiger Katalog wird zu einem einzigen Dokument mit vielen Themen und rankt für keines davon gut.
Hinzu kommt: Bildinhalte in PDFs werden von Google nicht indexiert, und Text, der als Bild eingebettet ist, kann bestenfalls per Texterkennung erschlossen werden. Kennwerttabellen, die als Grafik im Datenblatt liegen, bleiben damit unsichtbar.
Bei KI-Systemen ist die Lage deutlicher: Für die Beantwortung einer Frage werden bevorzugt Textabschnitte aus HTML-Seiten herangezogen, die sich sauber herauslösen lassen. Ein PDF liefert das nicht.
Dazu kommt ein praktisches Problem: Wer ein PDF findet, landet in einer Datei ohne Navigation, ohne Kontaktmöglichkeit und ohne Bezug zum restlichen Auftritt. Selbst wenn die Suche funktioniert, endet der Weg dort.
Das heißt nicht, dass PDFs verschwinden müssen. Sie sind zum Ausdrucken und Weitergeben sinnvoll. Sie dürfen nur nicht die einzige Fassung sein.
Konfiguratoren erzeugen nichts, was auffindbar wäre
Ein Produktkonfigurator zeigt Ergebnisse erst nach Eingaben des Nutzers. Was erst nach einer Interaktion entsteht, existiert für eine Suchmaschine nicht: Der Crawler klickt sich nicht durch Auswahlmenüs.
Das Ergebnis ist paradox. Ein Hersteller mit 800 konfigurierbaren Varianten hat für Google unter Umständen eine einzige Seite, nämlich die Startseite des Konfigurators. Ein Wettbewerber mit 30 schlichten HTML-Seiten je Produktgruppe hat 30 Chancen, gefunden zu werden.
Die Lösung ist nicht, den Konfigurator abzuschaffen. Er erfüllt seinen Zweck für Nutzer, die bereits auf der Seite sind. Die Lösung ist eine zusätzliche, crawlbare Ebene: statische Seiten für die gängigsten Varianten und Produktgruppen, die auf den Konfigurator führen. Sie werden aus denselben Stammdaten erzeugt, die der Konfigurator ohnehin nutzt.
Wie eine auffindbare Produktseite aussieht
Für jede Produktgruppe mit eigenem Suchvolumen eine eigene Seite. Der Aufbau folgt dabei der Art, wie technisch gesucht wird.
Bezeichnung und Anwendungsfall in der Überschrift. Einkäufer suchen selten nach Ihrer internen Artikelbezeichnung, sondern nach dem, was das Teil tut, oft in Kombination mit einem Werkstoff oder einer Norm.
Die Kennwerte als HTML-Tabelle, nicht als Bild und nicht als PDF-Verweis. Maße, Werkstoffe, Toleranzen, Temperaturbereiche, erfüllte Normen. Genau diese Tabelle ist das, was ein KI-System zitieren kann.
Einsatzbereiche in Textform. Zwei bis drei Absätze, die beschreiben, wofür das Produkt verwendet wird und wofür nicht. Die Abgrenzung ist wertvoller, als sie wirkt, weil sie genau die Frage beantwortet, die vor einer Anfrage steht.
Strukturierte Daten vom Typ Product mit den Eigenschaften als additionalProperty. Damit sind die Kennwerte auch maschinenlesbar ausgezeichnet (schema.org/Product).
Das PDF zusätzlich anbieten, nicht ersetzend.
PDF, Konfigurator und HTML-Seite im direkten Vergleich
| Format | Von Google indexierbar | Für KI-Systeme auslesbar | Für Nutzer im Zusammenhang |
|---|---|---|---|
| PDF-Datenblatt | Ja, aber als Ganzes ohne Abschnittsstruktur | Eingeschränkt, Tabellen und Bilder gehen verloren | Nein, keine Navigation, kein Kontakt |
| Konfigurator | Nur die Startseite | Nein, Inhalte entstehen erst nach einer Eingabe | Ja, für Nutzer, die schon auf der Seite sind |
| HTML-Produktseite | Ja, pro Produktgruppe eine eigene Adresse | Ja, saubere Textabschnitte und Tabellen | Ja, mit Navigation und Zusammenhang |
Der Aufwand und was er bringt
Bei vielen Produktgruppen klingt das nach einem großen Projekt. In der Praxis ist es überschaubar, weil die Daten bereits existieren, meist in der Warenwirtschaft oder im Produktinformationssystem.
Der übliche Weg: eine Vorlage bauen, die Daten einmalig automatisiert überführen, danach über eine Schnittstelle synchron halten. Der einmalige Aufwand liegt je nach Datenqualität im Bereich einiger Tage, nicht Wochen.
Was es bringt, hängt am Suchvolumen. Bei technischen Produkten ist es oft klein, aber hochwertig: Wer nach einer konkreten Werkstoffkombination sucht, hat ein konkretes Vorhaben. Zehn Besucher im Monat auf einer Produktseite können mehr wert sein als tausend auf einem Ratgeber.
Der zweite Effekt betrifft KI-Antworten. Wenn ein Einkäufer ein Sprachmodell nach Anbietern für eine bestimmte Spezifikation fragt, kann nur genannt werden, wessen Daten als Text vorliegen. Wer seine Kennwerte in PDFs hält, ist an dieser Stelle nicht vorhanden.

Geschrieben von
Marcel Speckmann
Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.
Dazu passt
Produktdaten auffindbar zu machen ist einer der größten Hebel bei Herstellern. Wie wir dabei vorgehen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.