Fünf Stapel aus Karton in aufsteigender Höhe, Sinnbild für die Preisspanne einer SEO-Betreuung

Die drei üblichen Abrechnungsmodelle

Im deutschsprachigen Markt haben sich drei Modelle durchgesetzt, und jedes passt zu einer anderen Ausgangslage.

Monatliche Betreuung ist der Standard für Unternehmen, die dauerhaft Sichtbarkeit aufbauen wollen. Sie zahlen einen festen Betrag, dafür wird ein vereinbarter Aufwand geleistet: technische Pflege, Inhalte, Auswertung. Laut einer Marktstudie mit 243 auswertbaren Antworten deutscher SEO-Agenturen vom April 2021 bieten 95 Prozent eine monatliche Betreuung mit festem Budget an. Befragt wurden Agenturen aus den 80 größten Städten Deutschlands. Der Durchschnitt liegt bei 1.256,71 Euro im Monat. Üblich sind 500 bis 3.500 Euro im Monat, bei Konzernen und stark umkämpften Feldern auch deutlich mehr. Übliche Mindestlaufzeit sind sechs Monate, weil vorher keine belastbaren Ergebnisse vorliegen.

Einmalige Projekte eignen sich, wenn Sie eigene Leute haben. Ein technisches Audit mit Prioritätenliste kostet meist zwischen 1.000 und 4.000 Euro, je nach Größe der Website. Sie bekommen die Analyse und setzen selbst um.

Stundenbasierte Beratung liegt bei 90 bis 180 Euro pro Stunde. Das lohnt sich für punktuelle Fragen, etwa bei einem Relaunch, wenn jemand nur prüfen soll, ob die 301-Weiterleitungen stimmen. Diese Spanne ist ein Erfahrungswert aus Angebotsvergleichen, keine Studienzahl. Die genannte Erhebung kam 2021 auf regionale Durchschnitte zwischen 47,50 Euro in Bottrop und 122,33 Euro in Hamburg.

ModellPreisrahmenPassend für
Monatliche Betreuung500 bis 3.500 € im MonatDauerhaften Aufbau von Sichtbarkeit
Einmaliges Audit1.000 bis 4.000 €Eigenes Team, das umsetzt
Nach Stunden90 bis 180 € je StundeEinzelfragen, Prüfung beim Relaunch

Wie sich ein Monatsbudget zusammensetzt

Ein Monatsbetrag ist keine Pauschale für ein Ergebnis. Sie kaufen Arbeitszeit. Deshalb lässt sich jedes Angebot nachrechnen, und diese Rechnung ist aussagekräftiger als der Betrag selbst.

Der Marktdurchschnitt von 1.256,71 Euro entspricht bei einem Stundensatz von 120 Euro rund zehn Stunden Arbeit im Monat. Bei 90 Euro sind es knapp vierzehn Stunden, bei 180 Euro sieben. Zehn Stunden im Monat sind etwas mehr als zwei Stunden pro Woche. In dieser Größenordnung bewegt sich der Durchschnitt am Markt.

So prüfen Sie ein Angebot in vier Schritten:

  1. Fragen Sie nach dem hinterlegten Stundensatz und teilen Sie den Monatsbetrag durch ihn. Das Ergebnis ist die Stundenzahl, die Sie tatsächlich einkaufen.
  2. Lassen Sie sich die Verteilung dieser Stunden nennen, aufgeteilt nach technischer Arbeit, Inhalten, Auswertung und Abstimmung. Ein Anbieter, der das nicht beziffern kann, hat nicht kalkuliert.
  3. Ziehen Sie feste Nebenkosten ab. Werkzeuglizenzen, Berichtswesen und Projektleitung stecken oft im selben Betrag und verringern die Zeit, die in Ihre Website fließt.
  4. Rechnen Sie Inhalte gesondert. Ein Fachtext von rund 1.200 Wörtern bindet mit Recherche, Abstimmung und Korrektur mehrere Stunden. Wer vier solcher Texte im Monat zusagt und zugleich nur zehn Stunden abrechnet, hat für Technik und Auswertung keine Zeit mehr übrig.

Was am Ende dieser Rechnung steht, ist die Grundlage für jede Aussage zum ROI im SEO. Ohne die Stundenzahl vergleichen Sie zwei Zahlen ohne Inhalt.

Was den Preis innerhalb der Spanne bestimmt

Zwischen 500 und 3.500 Euro liegt der Faktor sieben. Vier Dinge erklären fast den gesamten Unterschied.

Der Wettbewerb. Ein regionaler Handwerksbetrieb konkurriert mit fünf anderen Betrieben in der Stadt. Ein Online-Händler konkurriert bundesweit mit Amazon. Der Aufwand, um sichtbar zu werden, unterscheidet sich entsprechend.

Die Anzahl der Seiten. Sichtbarkeit entsteht Seite für Seite. Vier Leistungen bedeuten vier Seiten, die optimiert werden. Ein Hersteller mit vierzig Produktgruppen hat vierzig, und jede braucht eigene Inhalte und eigene Daten.

Der technische Zustand. Eine saubere Website kostet in der Pflege wenig. Ein Baukastensystem mit langsamen Ladezeiten, doppelten Adressen und fehlender Struktur bindet in den ersten Monaten einen erheblichen Teil des Budgets, bevor überhaupt ein Text entsteht. Deshalb steht vor jedem Angebot eine Bestandsaufnahme.

Wer die Inhalte schreibt. Das ist der größte einzelne Hebel. Wenn Sie Fachtexte selbst liefern und die Agentur sie nur optimiert, sparen Sie erheblich. Wenn die Agentur sich in Ihr Fachgebiet einarbeiten muss, kostet das Zeit, und Zeit ist der einzige Kostentreiber, den es bei dieser Arbeit gibt.

Was in einem Audit stecken muss

Ein Audit für 1.000 bis 4.000 Euro ist eine Bestandsaufnahme mit Prioritätenliste. Sechs Punkte gehören hinein, und Sie können sie vor der Beauftragung abfragen.

  1. Indexierung. Welche Seiten kennt Google, welche fehlen, welche stehen doppelt im Index? Grundlage sind die XML-Sitemap und die Berichte der Search Console. Maßstab sind die Google Search Essentials, also die technischen Anforderungen und Richtlinien, die eine Seite erfüllen muss, um überhaupt in der Suche erscheinen zu können.
  2. Crawling-Sperren. Ein einziger falscher Eintrag in der robots.txt macht eine komplette Website unsichtbar. Nach einem Relaunch bleibt die Sperre der Testumgebung häufig stehen:
    User-agent: *
    Disallow: /
    Diese zwei Zeilen sind in einer Minute korrigiert und kosten so lange sämtliche Sichtbarkeit, wie sie stehen bleiben.
  3. Doppelte Adressen. Dieselbe Seite unter mehreren Adressen teilt ihre Wirkung auf. Jede Seite braucht deshalb einen eindeutigen Canonical-Tag im Kopfbereich:
    <link rel="canonical" href="https://ihre-domain.de/leistungen">
  4. Ladezeit und Stabilität. Für die Core Web Vitals nennt Google feste Zielwerte: LCP unter 2,5 Sekunden, INP höchstens 200 Millisekunden, CLS höchstens 0,1, jeweils gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe und getrennt nach Mobilgeräten und Desktop. Diese Werte sind prüfbar, ein Audit sollte sie beziffern.
  5. Inhalte und Suchanfragen. Welche Seite bedient welche Frage, wo konkurrieren zwei eigene Seiten um denselben Begriff, welche Seiten haben zu wenig Substanz für eine Platzierung?
  6. Verweise von außen. Wie viele Domains verweisen auf Sie, aus welchem Umfeld, und stecken auffällige Muster darin, die auf gekaufte Verweise hindeuten?

Ein Audit ohne priorisierte Umsetzungsliste ist eine Mängelliste, kein Arbeitsauftrag. Bestehen Sie darauf, dass jeder Punkt einen geschätzten Aufwand und eine Reihenfolge bekommt.

Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen

Vier Muster tauchen bei fragwürdigen Angeboten immer wieder auf.

Garantierte Platzierungen. Niemand kontrolliert Googles Bewertung, also kann niemand Platzierungen garantieren. Google rät in seinem Leitfaden zur Auswahl eines SEO-Dienstleisters ausdrücklich zur Vorsicht bei Anbietern, die Platzierungen zusichern, eine besondere Beziehung zu Google behaupten oder eine bevorzugte Anmeldung versprechen. Wer trotzdem garantiert, arbeitet mit Suchbegriffen, nach denen niemand sucht. Platz 1 für eine Formulierung mit zehn Suchanfragen im Monat ist wertlos.

Lange Mindestlaufzeiten. Sechs Monate sind fachlich begründbar, weil vorher keine Ergebnisse vorliegen. Google schreibt im Leitfaden für Einsteiger, dass manche Änderungen sich innerhalb weniger Stunden auswirken, andere mehrere Monate brauchen, und dass man in der Regel einige Wochen warten sollte, bevor man den Effekt bewertet. Vierundzwanzig Monate Bindung sind dadurch nicht gedeckt.

Berichte ohne Datenzugang. Sie sollten jederzeit selbst in die Google Search Console sehen können. Derselbe Google-Leitfaden empfiehlt umgekehrt, einer Agentur für ein Audit zunächst nur Lesezugriff zu geben und keinen Schreibzugriff. Wer nur aufbereitete Präsentationen liefert und den Zugang nicht herausgibt, hat etwas zu verbergen oder liefert wenig.

Gekaufte Verweise. Wenn ein Angebot Linkpakete enthält, also eine feste Zahl von Verweisen zu einem festen Preis, ist das ein Risiko. Google stuft den Kauf von Links laut seinen Spam-Richtlinien für die Websuche als Verstoß ein, und die Folgen trägt Ihre Domain, nicht die Agentur. Ein Backlink ist dann wertvoll, wenn er aus einem Zusammenhang stammt, der ohnehin zu Ihnen passt.

Was Sie dafür bekommen sollten

Der Preis allein sagt wenig. Entscheidend ist, was dahintersteht, und das lässt sich vor der Beauftragung abfragen.

Ein schriftlicher Umfang. Welche Leistungen sind enthalten, wie viele Inhalte entstehen im Monat, wer schreibt sie? Ein Angebot, das nur „SEO-Betreuung“ und eine Zahl nennt, ist keins.

Zugang zu allen Daten. Search Console, Analysewerkzeug, Sichtbarkeitsindex. Sie sollten jederzeit selbst nachsehen können, nicht auf eine Monatspräsentation warten müssen.

Eine Rechnung, ob es sich überhaupt trägt. Bevor Sie beauftragen, sollte jemand mit Ihnen durchgehen, wie viele zusätzliche Aufträge Sie brauchen, damit die Investition aufgeht, und ob das Suchvolumen in Ihrem Feld das hergibt. Wie diese Rechnung im Einzelnen aussieht, steht im Beitrag Ab wann rechnet sich SEO.

Kostet Sichtbarkeit in KI-Antworten extra

Wer heute ein Budget plant, fragt zu Recht, ob für Sichtbarkeit in KI-Antworten ein zweiter Posten nötig ist. Für die Google-Suche lautet die Antwort nein.

Google schreibt in seiner Dokumentation zu den KI-Funktionen der Suche, dass es keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen gibt, um in AI Overviews oder im AI Mode zu erscheinen. Voraussetzung ist allein, dass eine Seite indexiert ist und mit einem Textausschnitt in der Suche erscheinen darf. Neue maschinenlesbare Dateien, eigene KI-Textdateien oder spezielle strukturierte Daten sind laut dieser Dokumentation nicht erforderlich.

Für die Kalkulation heißt das: Es entsteht kein zweites Budget, sondern eine andere Gewichtung innerhalb des vorhandenen. Klar beantwortete Fragen, saubere Seitenstruktur und belegte Aussagen wirken auf beides, auf klassische Platzierungen und auf die Zitierung in KI-Antworten. Genau das ist der Kern dessen, was unter Generative Engine Optimization geführt wird. Wenn ein Anbieter dafür eine separate Pauschale aufruft, sollte er benennen können, welche Arbeit darin steckt, die nicht ohnehin anfällt.

Sind SEO-Kosten steuerlich absetzbar

Im betrieblichen Zusammenhang ja. Betriebsausgaben sind nach § 4 Absatz 4 Einkommensteuergesetz die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Eine laufende SEO-Betreuung fällt darunter. Für die Budgetplanung zählt der Nettobetrag, sofern Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Wie einzelne Posten zu behandeln sind, etwa Kosten im Rahmen eines Relaunchs, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Marcel Speckmann

Geschrieben von

Marcel Speckmann

Geschäftsführer der Speckmann Webdesign GmbH in Oldenburg. Ich arbeite an Suchmaschinenoptimierung, KI-Sichtbarkeit und den Websites, die dafür die Grundlage sind. Was hier steht, stammt aus laufenden Projekten, nicht aus Lehrbüchern.

Mehr über meine Arbeit →

Dazu passt

Welche Leistungen in einer laufenden Betreuung tatsächlich stecken und in welcher Reihenfolge wir sie umsetzen, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.

Zur Seite Suchmaschinenoptimierung →

Häufige Fragen

Das werden wir oft gefragt

Was ist der günstigste sinnvolle Einstieg in SEO?

Ein einmaliges Audit im niedrigen vierstelligen Bereich, üblich sind 1.000 bis 4.000 Euro. Sie bekommen die Analyse, eine priorisierte Liste und eine Anleitung und setzen es selbst um. Das lohnt sich, wenn Sie jemanden im Haus haben, der Zeit dafür bekommt. Ohne diese Person bleibt die Liste liegen, und dann war auch das Audit vergeblich.

Sind Erfolgshonorare eine Alternative?

In der Regel nicht. Modelle nach dem Muster „Zahlung nur bei Platz 1“ funktionieren nur bei Suchbegriffen ohne Wettbewerb, und die bringen keine Kunden. Seriöse Anbieter arbeiten aufwandsbasiert, weil sie die Ergebnisse nicht allein in der Hand haben: Google ändert Bewertungen, Wettbewerber arbeiten ebenfalls.

Warum ist SEO teurer als eine Anzeigenkampagne?

Kurzfristig ist es das. Anzeigen wirken sofort, hören aber sofort auf zu wirken, wenn das Budget endet. Organische Sichtbarkeit braucht Monate, bleibt dann aber, auch wenn Sie die Betreuung reduzieren. Über zwei bis drei Jahre gerechnet dreht sich das Verhältnis meist um.

Wovon hängt es ab, wo im Preisrahmen ein Unternehmen landet?

Von vier Dingen: dem Wettbewerb im eigenen Feld, der Zahl der Seiten, die Inhalte brauchen, dem technischen Zustand der Website und davon, wer die Fachtexte schreibt. Ein Betrieb mit vier Leistungen und eigenem Fachwissen im Haus liegt im unteren Bereich der Spanne. Ein Hersteller mit vierzig Produktgruppen, für die jemand sich erst einarbeiten muss, im oberen. Der Durchschnitt am Markt liegt laut der Marktstudie von 2021 bei 1.256,71 Euro im Monat.

Wie lange dauert es, bis sich SEO in Anfragen zeigt?

Erste messbare Bewegungen in der Google Search Console zeigen sich in laufenden Projekten meist nach acht bis zwölf Wochen, belastbare Anfragen aus der organischen Suche nach sechs bis neun Monaten. Google selbst nennt für einzelne Änderungen eine Spanne von wenigen Stunden bis zu mehreren Monaten. Genau deshalb sind Mindestlaufzeiten von sechs Monaten fachlich begründet, Bindungen über zwei Jahre dagegen nicht.

Wie viele Arbeitsstunden stecken in einem Monatsbudget?

Teilen Sie den Monatsbetrag durch den Stundensatz. Der Marktdurchschnitt von 1.256,71 Euro entspricht bei 120 Euro je Stunde rund zehn Stunden im Monat, bei 180 Euro sieben. Diese Stundenzahl ist die eigentliche Vergleichsgröße zwischen zwei Angeboten. Lassen Sie sich zusätzlich sagen, wie sich die Stunden auf Technik, Inhalte und Auswertung verteilen.

Was passiert, wenn ich die Betreuung nach einem Jahr beende?

Die aufgebauten Platzierungen verschwinden nicht sofort, denn Inhalte und technische Verbesserungen bleiben bestehen. Sie verlieren aber den laufenden Ausbau, während Wettbewerber weiterarbeiten und Google seine Bewertung anpasst. Sinnvoll ist ein reduzierter Umfang statt eines Abbruchs: Technik im Blick behalten, wenige Inhalte im Quartal, Auswertung beibehalten.

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